Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Berufsschüler zum Austauschpraktikum

23.03.2018, Ulrike Diestel

Erik Suckow (20), Robert Masopust (24) und Daniel Labrenz (21) schnupperten im Rahmen eines Auslandspraktikums vom 22. Februar bis 9. März polnische Küchenluft. Im Hotel Radisson Blu in Wroclaw schauten die angehenden Köche im 2. Ausbildungsjahr im Hotel Hafenresidenz Stralsund, im arcona Hotel Baltic Stralsund bzw. im Restaurant der Stadtbäckerei Kühl GmbH & Co. KG in Grimmen nicht nur den polnischen Köchen über die Schulter, sondern zeigten auch ihr Können. Als Zeichen für das Vertrauen, das in sie gesetzt wurde, werteten die Praktikanten, dass sie schon nach wenigen Tagen eigenverantwortlich arbeiten durften. So übernahm Erik das tägliche Kochen der Vorsuppe für das Personalessen und Robert war verantwortlich für die Zubereitung diverser Eierspeisen für die Frühstücksgäste. Sehr anspruchsvoll war die Aufgabe, ein typisch deutsches Gericht für die circa 40 Mitarbeiter des Hotels zu kochen. Der Hackbraten kam sehr gut an. Er begeisterte und der Küchenchef bot die Möglichkeit an, ihnen die Zubereitung von polnischen Gerichten zu zeigen. Unsere Koch-Azubis wollten lernen, wie man die Rote-Beete-Suppe, genannt Barszcz czerwony kocht. Sie staunten, dass für 6 Portionen ein riesiger Topf mit 15 – 20 Litern angesetzt, durch langes Kochen reduziert und so keine Stärke dafür gebraucht wurde. Außerdem ließen sie sich zeigen, wie man Pierogi mit verschiedenen herzhaften und süßen Füllungen zubereitet. Interessante Einblicke in die polnische Gastronomie erhielten auch Mary Carmen Paz Gomez (24) und Anna Rosenau (21). Die Hotelfachfrauen im 2. Ausbildungsjahr im Hotel Hafenresidenz Stralsund und im Hotel am Jungfernstieg in Stralsund absolvierten das Auslandspraktikum ebenfalls in diesem Hotel. Sie sammelten dabei wertvolle Berufserfahrungen vor allem im Frühstücks-Service im Restaurant. Aufgrund ihrer bisher erworbenen Fachkenntnisse konnten sie ohne Probleme alle Arbeiten sehr selbstständig verrichten und die Gäste zufrieden stellen. Sie staunten, dass in Polen Standards beim Eindecken der Tische vor allem bezüglich der Bestecke kaum eine Rolle spielen. Da sie auch noch andere Abteilungen kennen lernen wollten, wechselten Anna und Mary noch ins Housekeeping. Dort waren sie begeistert von der Hausdame, die ihnen alles erklärte und sehr viele Sprachen spricht.

Nach zehn Tagen dankten die Abteilungsleiter und Kollegen allen fünf Praktikanten herzlich und lobten ihre Arbeit sehr. Neben der Arbeit im Betrieb gehörten zum Praktikum auch Besuche in der Berufsschule für Gastronomie in Wroclaw. Dabei lernten unsere Praktikanten die sechs Austauschschüler kennen, die im Mai zu uns ins Praktikum kommen werden. Die Jugendlichen tauschten sich beim gemeinsamen Kochen, Eindecken und Dekorieren der Tische aus. Dabei zeigte sich, dass unsere angehenden Gastronomen die in der Dualen Ausbildung erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse sehr gut nutzen konnten. In einer der vier sehr modern eingerichteten Schulküchen übernahmen sie das Regime und zeigten und erklärten den Polen, wie Hefezöpfe gebacken und Lasagne mit Bechamel-Soße zubereitet werden. Auch die Rezepte und den Einkauf für dieses Abschlussessen haben unsere Praktikanten gut durchdacht und gemeinsam erledigt. Die anwesenden Deutschlehrer, die dolmetschen sollten, hatten nicht viel zu tun, da die Konversation in Englisch sehr gut funktionierte. Dafür erfreuten sie und die Schulleiterin sich mit allen Beteiligten an dem sehr schmackhaften Essen. Zum Nachtisch wurde Karpatka serviert: ein polnisches Dessert aus Brandteig mit einer Puddingcremefüllung. Auch die beiden Lehrerinnen, die jeweils für eine Woche, die Praktikanten betreut haben, waren in der Schule um zu unterrichten. Frau Schulze hat mit den polnischen Schülern eine österliche Tischdekoration gestaltet und im Fach Deutsch unterrichtet. Frau Diestel zeigte den Schülern, wie sie Körbchen aus Peddigrohr flechten können und hospitierte im Deutschunterricht. In der Kulturhauptstadt von 2016 gab es Vieles zu entdecken. Auf geführten Stadtrundgängen sahen wir die Dom-Insel, das Viertel der Kulturen und gegenseitigen Achtsamkeit, den Blumenmarkt, und viele Skulpturen. Wir waren in der Oper zur Premiere eines Balletts undhaben die Jahrhundert-Halle mit der 100 Meter hohen Nadel davor gesehen. Die schöne Aussicht vom Skytower über die abendlich beleuchtete Stadt hinterließ einen besonders schönen Eindruck.

Nun sind alle Azubis wieder zu Hause. Am Mittwoch bekommen sie ihre Europässe und in den Wochen danach werden sie sicher in ihren Ausbildungsbetrieben zeigen was sie in den 14 Tagen in Polen gelernt haben. Ulrike Diestel

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