Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Bemerkung für die Jugend

06.11.2019, Dr. Hans Bomke, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Wann ist Schluss mit dem Irrsinn"
im Schweriner Blitz vom 06.11.2019

Zu »Wann ist Schluss mit dem Irrsinn«, vom 27. Oktober, Seite 2.

Für jüngere Leser des Blitz, die das sozialistische Gesellschaftsmodell DDR nicht mehr kannten, sind folgende Bemerkungen gedacht: Es gab eine klare Trennung der Kompetenzen für Staat und Kirche, wie auch in anderen Ländern. Die pauschale Behauptung von einer Unterdrückung ist so nicht haltbar. Ich erinnere mich noch an den Defa-Film »Einer trage des anderen Last« mit einer objektiven Darstellung des Verhältnisses. Es gab Privilegien für Schriftsteller, Künstler u.a., die aus- und einreisen durften, auch ein bekannter Pfarrer und dessen Kinder durften dies. Für Nichtpriviligierte gab es keine Reisefreiheit. Als ich zum 75. Geburtstag eines nahen Verwandten nach Hamburg reisen wollte, beriet die Betriebsparteileitung darüber und lehnte ab. Heute eine undenkbare Herabsetzung. Dafür gibt es andere. So erhält z.B. der DDR-Vizeverteidigungsminister, Generaloberst Streletz, heute soviel wie ein Bundeswehr-Feldwebel. Üppige Pensionen erhielt man in der alten BRD. Ein Herr Globke wurde ins Bundeskanzleramt übernommen, obwohl seine Mitwirkung an den NS-Rassegesetzen bekannt war. Letzte Bemerkung zur DDR-Westgrenze: Sie war die Grenze zwischen den hochgerüsteten, feindlichen Militärbündnissen NATO-Pakt und Warschauer Pakt. Für die Grenzsoldaten galt eine Schusswaffengebrauchsordnung, wie an anderen Staatsgrenzen ähnlich, jedoch kein Schießbefehl. Wer wie ich Soldat war, kennt den Unterschied.

Dr. Hans Bomke, Schwerin

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