Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Bayern als Sonderzone der DDR!

06.09.2019, Hartwig Niemann, Rostock

(Nachkriegsgenerationen in Zwangsentschuldigung?

Ich stimme Herrn Manfred Statzkowski, Rostock, zu)

 

Wenn nachfolgende Generationen immer wieder für die Verbrechen ihrer Vorfahren auf die Knie fallen sollen, halte ich das ebenfalls für falsch. Menschliche Entscheidungen sind in erster Linie immer zeitgebunden. Es geht aus meiner Sicht doch darum, die Vergangenheit zu beurteilen und nicht immer den „dicken Hans“ zu markieren, um die Verhaltensweisen über Entscheidungen der Betroffenen aus der Vergangenheit zu verurteilen.

Einige, die immer wieder - bezogen auf die Ereignisse in der Vergangenheit (auch auf die DDR) - herumhacken, sollten sich einmal überlegen, wie sie sich im „Dritten Reich“ verhalten hätten, wenn sie 1922 geboren wurden. Vielleicht wäre der eine oder andere von ihnen dann auch vor dem Nürnberger Militärtribunal als Kriegsverbrecher verurteilt worden. Vielleicht hätten sie aber auch Glück haben können, um diesem Tribunal zu entgehen, wie der SS-Verbrecher General Kammhuber, der im Interesse der USA am Leben bleiben durfte. In der Karlsruher Oststadt, gab es sogar eine ehemalige Bundeswehr- Kaserne die den Namen dieses Kriegsverbrechers trug.

Solche Kriegsverbrecher waren für die USA nützlich, darum scherte man sich nicht um ihre Vergangenheit.

Viele NS-Verbrecher entkamen nach dem Zweiten Weltkrieg Richtung Übersee – auch, weil sie mächtige Unterstützer aus dem Vatikan und den USA hatten.

Was mich gegenwärtig wundert, ist die Tatsache, dass führende Politiker der SPD immer wieder in Polen auf die Knie fallen und um Vergebung bitten. Das halte ich auch diplomatisch für übertrieben, vor allem deshalb, weil diese Politiker hinter der Forderung stehen, Deutschland wird am Hindukusch verteidigt. Man hat anscheinend aus der Vergangenheit keine Lehren gezogen, insbesondere die „NATO“ nicht. Es wird weiter gebombt wie eh und je und deutsche Soldaten haben in Afghanistan ihr Leben gelassen. Für wen eigentlich?

Ich wiederhole mich zwar, aber mein eigenes Leben ist nach dem Zweiten Weltkrieg durch mein eigenes Verhalten und meine eigenen Entscheidungen bestimmbar geworden. Als junger Mensch habe ich mich vorbehaltlos für die DDR entschieden und bin bis heute dem Motto treu geblieben „Nie wieder Krieg“.

Das hätte anders kommen können, wenn die Kanadier und Engländer nach 1945 in Wismar geblieben wären. Das wäre ein zeitliches Ereignis gewesen, auf das ich keinen Einfluss hatte. Und was wäre aus Bayern geworden, wenn die Rote Armee nicht in Österreich Halt gemacht hätte, um auch Bayern zu besetzen. Bayern als Sonderzone der DDR. Dann wäre der eine oder andere stolze Bayer wohl genauso wie ich, Mitglied der SED geworden.

 

 

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