Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Bauen für die Zukunft!

27.07.2015, F. Schmorell, Kühlungsborn

So die einhellige Meinung der Stadtvertreter von Kühlungsborn zur Fortführung des Straßenbaus der Doberaner Straße zwischen Bahnübergang und Kreuzung Strandstraße. Gleich welche durch das Planungsbüro Merkel dargestellte Variante, preisgünstig oder teurer, es ist die Fortsetzung von Althergebrachtem in gleichgültiger, wenig durchdachter Weise, um es nicht als Murks zu bezeichnen. Kühlungsborn rühmt sich, das schönste Ostseebad Deutschlands zu sein. Sein Verkehrsnetz aber ist unökonomisch und unökologisch, es entspricht keiner modernen Verkehrsführung. Nur einige Beispiele dazu: Die Ostseeallee ist eine Wellnessoase, hat keine fußgängergeschützten Zugänge zum Strand, mangelhaft ausgebauter, unzureichend markierter europäischer Radwanderweg. Die Zufahrten zu den Hotelparkplätzen sind unzureichend gekennzeichnet. Der Kreisverkehr Ostseeallee/Strandstraße ist verbaut, Durchmesser dadurch zu gering, ungeeignet für Großraumfahrzeuge, KOM. Strandstraße: Breite zu gering, baulicher Zustand speziell für Radfahrer ungeeignet, besonders für Radfahrer im Gegenverkehr einer Einbahnstraße. Kreuzung Doberaner Straße/Strandstraße: katastrophaler Zustand, äußerst gefährdend für alle Verkehrsteilnehmer. Einmündung Cubanzestraße/Strandstraße, Schloßstraße/Neue Reihe: keine Rechtsabbiegespuren. Asbek/Kühlungsblick: Einmündung im Kurvenbereich zu eng, für größere Fahrzeuge ungeeignet, u.v.a.m. Nachfragen muss man schon, wie werden bei derartigen Vorhaben die rechtlichen Bestimmungen beachtet, Hinweise der Bürger berücksichtigt, zu wenig oder gar nicht, sonst hätte man den Radweg für beide Richtungen nicht auf der linken Seite der Fahrbahn verlaufend projektiert. Die Verwaltungsvorschrift zur StVO vom 22.10.1998, aktualisiert 04.11.2014, legt fest: "Die Benutzung von in Fahrtrichtung links angelegten Radwegen in Gegenrichtung ist insbesondere innerhalb geschlossener Ortschaften mit besonderen Gefahren verbunden und soll deshalb grundsätzlich nicht angeordnet werden. Diese praktische Erfahrung, im Gesetz verankert, wurde schon im vergangenen Jahr beim Bau der Doberaner Straße vom Ortseingang bis zum Bahnübergang nicht beachtet. Vor dem Kreisverkehr Doberaner Straße/Cubanzestraße müssen die Radfahrer auf die linke Straßenseite wechseln. Wollen sie weiter in Richtung Stadtmitte/Bahnhof, müssen sie die Cubanzestraße überqueren. Die meisten Radfahrer nutzen dann die Rudolf-Breitscheid-Straße, um zum Strand und zur Seebrücke zu gelangen - also müssen diese dann die Doberaner Straße wieder nach rechts überqueren. Dadurch entstehen nicht nur stündlich zwei Staus wegen geschlossenen Schranken, sondern alle aus der Rudolf-Breitscheid-Straße kommenden Linksabbieger - und das ist der überwiegende Teil des Fahrzeugaufkommens - können nur sehr verhalten, oft gar nicht fahren, weil sie dem Querverkehr Vorrang zu gewähren haben. Im Projekt findet die Kreuzung Doberaner Straße/Strandstraße überhaupt keine Berücksichtigung, wobei gerade hier bauliche Veränderungen zwingend erforderlich wären. Wer moderne Verkehrsführung gestalten will, der muss schon ein vorausschauendes, klares Konzept haben, in dem die Hinweise und Anregungen der Bürger einbezogen sind. Ansonsten ändert sich nichts zum althergebrachten, neu erbauten Murks.

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