Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Barth – Stadt der Rosen

14.09.2012, Hiltrud Uphues, im Auftrag des »Aktionsbündnisses für Natur und Umwelt Barth«

Reisender, wenn Du nach Barth kommst, dann empfängt Dich in der Werft- und Hafenstraße ein Meer von Rosen?

Nur von Rosen? Nein, Du siehst vor lauter Melde, Beifuß, Kamille und anderen Grünpflanzen kaum die mutig und fleißig blühenden kleinen Rosen.

Ab und zu entdeckst Du zwischen all dem nicht gewollten Grün einen Anwohner, der emsig dabei ist, das »Unkraut« aus dem lehmigen, mit Steinen durchsetzten Boden zu entfernen, damit die Rosen, die ihm Leid tun und in ihrem Wachstum stark behindert sind, Licht und Platz zum Gedeihen haben.

Reisender, Du fragst Dich, ob nicht eine Gartenbaufirma zuständig und verantwortlich ist für die erst vor Kurzem für viel Geld neu angepflanzte Rosenpracht? Du wirst hören, wenn Du Dich erkundigst, dass wirklich ein »Fachbetrieb« Rosen und auch Büsche, Robinien und andere Bäume gepflanzt hat und auch für dieses Jahr zu viermaliger Pflege verpflichtet und bezahlt wurde. Du fragst Dich, wieso auf manch großer Fläche nur Unkraut wächst und Du erfährst, dass über 600 Rosen, die über Winter eingeschlagen und dem starken Frost ausgesetzt waren, zu einer Zeit gepflanzt wurden, als der Boden infolge tagelangen Regens zu feucht war. Sie hatten keine Chance, anzuwachsen.

Reisender, Du suchst vergeblich über 70 Robinien an Deinem Weg in die Stadt. 45 von ihnen sind dank ungeeigneten Pflanzgrundes eingegangen.

Du wunderst Dich, dass der Gartenbau-Fachbetrieb nach all diesen Erfahrungen nicht wenigstens seinem Pflegeauftrag nachgekommen ist. Erst zweimal hat er in diesem Sommer, der Jahreszeit, in der alles gedeiht, seine Arbeit getan. Das ist zu wenig.

Reisender, Du denkst, dass die Verantwortlichen der Stadt von diesem Missstand nichts wissen. Weit gefehlt!! Schon vor etlichen Wochen wurden sie auf die ungepflegte Eingangsstraße der Stadt hingewiesen. Nichts hat sich getan.

Reisender, Du freust Dich aber, dass es zupackende Anwohner gibt, die das Unkraut vor ihrer Haustür nicht mehr mit ansehen können. Sie fühlen sich verantwortlich für das Aussehen ihres Heimatortes, unaufgefordert tun sie etwas.

Reisender, ein weiteres positives Beispiel möchte ich Dir geben. Wenn Du vor die Tore der Stadt gehst, um Dir Wasser aus der Alkunquelle zu holen, wirst Du sehen, dass der Weg dorthin mit Rosen- und anderen Büschen, sowie Bäumen bepflanzt ist, die, trotz der über weite Strecken herrschenden, großen Trockenheit, wachsen und gedeihen. Hier waren Bürger der Stadt freiwillig und unentgeltlich dabei, zu jäten, zu gießen und Pflanzscheiben frei zu schneiden.

Reisender, Du freust Dich, dass es Menschen gibt, die ein Auge auf die Natur haben, die ohne Kosten zu verursachen die Natur pflegen und das Grün der Stadt Barth bewahren und erhalten.

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