Mecklenburger Blitz Verlag

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Baldige Ausweitung der Ehe für alle?

23.07.2017, Martina Plischka, Plau am See
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Glossiert: Ehe für Alle"
im Schweriner Blitz vom 23.07.2017

Jawohl, Herr Wruck, Sie haben ja so recht. Alle Abgeordnete spiegeln die Stimme des Volkes wider. Wie sollte es auch anders sein? Egal ob Euro- oder Bankenrettungsschirm sowie das „alle Hereinspaziert“ der Bundeskanzlerin in der Flüchtlingskrise. Hier wird gefälligst ganz sicher immer im Sinne des Volkes abgestimmt. Ein paar Abgeordnete geben demokratisch legitimiert, immer des Volkes Meinung und Willen wieder. Sicherlich werden nun viele arabische Staaten dem Beispiel der Bundesrepublik Deutschland folgen und die gleichgeschlechtliche Ehe für alle und jeden einführen. Damit liegt unser Land mal wieder vorne, was die Liberalität zu allen Seiten hin anbelangt. Sicherlich dürfen die moslemischen Abgeordneten, die sich einst aufgrund ihrer Homosexualität hierher geflüchtet haben, nun bald in ihre Heimatländer zurückkehren um in ihren dortigen Parlamenten das entsprechende Gesetz auf den Weg zu bringen. Freudig werden Milliarden traditionell geprägter arabischer Bürger auf den Straßen sein, um sich zu freuen. Für Politiker wie Herrn Wowereit war es damals, nach seinem Outing sicherlich auch nicht einfach. Musste er sich doch noch um das leidige Thema BR-Flughafen kümmern. Da schlenderte er doch lieber Seite an Seite mit Herrn Tom Cruise über den roten Teppich und genoss die Berliner lauen Nächte. Genauso schob Herr Ole von Beust die Sache medial an, man kann nicht sagen, die Herren Politiker säßen nur untätig herum. Leider übertrieb es einer, der sich als schwul bezeichnenden Abgeordneten und ließ sich mit einer Droge erwischen, die aufputschend wirken soll. Da wurde schon gerätselt, ob er diese Droge aufgrund eines Burnout-Syndroms oder eher wegen der erektionssteigenden Wirkung nahm. Der hat sich übrigens genauso über die Abstimmung gefreut, das habe ich auf dem Bildschirm genau gesehen. Nun muss man es Staatsoberhäuptern, wie Herrn Erdogan, schmackhaft machen, die Menschenrechte auch in diesem Punkt zu achten und die Ehe für alle, auch in seinem Land einzuführen. Dann ist zwischen Deutschland und der Türkei auch wieder alles in Butter. Bei der Jungfraktion der Grünen ist man übrigens schon viel weiter: Da äußerte sich ein Sprecher diesbezüglich im Fernsehen und sagte, dass das erst der Anfang sei. Ziel sei es, dass demnächst auch ein Mann mit mehreren Frauen oder eine Frau mit mehreren Männern vor den Traualtar schreiten dürfte. Oder mehrere Freundinnen könnten einen Heiratsvertrag schließen. Alle Konstellationen seien demnach denkbar. Vermutlich auch die Ehe mit einer Sex-Silikon-Roboterfrau, die werden von einem US-Unternehmen tatsächlich passgenau für die meist männliche Kundschaft gefertigt und frei Haus geliefert. Das wäre doch der ideale Drehbuchstoff für einen Sci-Film mit Tom Cruise, der kurz vor dem Abspann seine Robotergespielin heiratet. Da wissen nun alle, wohin die Reise geht. In die Schweiz aber wohl eher nicht, denn die Eidgenossen sind nicht nur wegen ihrer Bedächtigkeit berüchtigt, sondern auch ziemlich konservativ, um nicht zu sagen, spießig. Halten an ihren traditionellen Werten fest. Deshalb dürfte die Schweiz eine harte Nuss sein, denn die bringen es doch glatt fertig, und befragen ihr Volk. So etwas Undemokratisches - und das mitten in Europa!

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