Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Bad Sülze: Sanierung der Grundschule -jetzt!

08.03.2013, Anonym, Bad Sülze (Name dem Verlag bekannt)

Die Einrichtung in Bad Sülze ist eine von drei Grundschulen in unserem Amtsbereich. Die Bildung dieses Amtes Recknitz-Trebeltal erfolgte auf der Grundlage der Zusicherung des Erhalts der beiden Schulstandorte Tribsees und Bad Sülze. Somit ist das Amt vertraglich an den Erhalt der Grundschule Bad Sülze gebunden.

Zurzeit wird an einer neuen Schulentwicklungsplanung gearbeitet, welche Planungssicherheit sowohl für die Gemeinden hinsichtlich der Schulträgerschaft als auch für das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schwerin bezüglich der Erhebung des Lehrerbedarfs geben soll. Damit wird erreicht, dass Steuergelder sinnvoll eingesetzt und nicht Lehrer über Bedarf ausgebildet und beschäftigt werden.

Verständlich, dass Ängste bei den Schülern, Eltern und Lehrern der Grundschule Tribsees geschürt werden, wenn seitens eines Vertreters des Landkreises Vorpommern-Rügen während einer Amtsausschusssitzung über eine Schließung ihrer Einrichtung laut nachgedacht wird.

Unverständlich sind für uns jedoch die Äußerungen des Schulleiters der Grundschule Tribsees, Frank Telzerow. In den Medien ist so zu lesen, dass das Schulgebäude der Grundschule Bad Sülze nicht saniert werden darf. Warum nicht, Herr Telzerow? Es regnet herein und die Fenster sind undicht. Möchten Sie den Ihnen anvertrauten Kindern solche Zustände zumuten? Wohl kaum!

Unverständlich ist für uns ebenso das Verhalten der Demonstranten vor dem Tribseeser Rathaus zu Beginn der Amtsausschusssitzung am 5. März dieses Jahres. So wird unsere Bürgermeisterin in der Öffentlichkeit ausgepfiffen. Was hat sie getan- außer sich für bessere Lernbedingungen der Bad Sülzer Mädchen und Jungen einzusetzen?

Unverständlich ist ebenso das Verhalten einiger Amtsausschussmitglieder. So werden immer noch keine Gelder für die Sanierung der Bad Sülzer Grundschule in den Haushalt eingestellt und sogar seitens eines gewählten Vertreters gefordert, dass erst in einigen Jahren über die Schulstandorte entschieden werden soll. Warum? Wir erinnern daran, dass die Entscheidung bereits vor einigen Jahren getroffen wurde und vertraglich manifestiert ist!

Immer wieder wird auf die Unsicherheit der Entwicklung der Schülerzahlen in Bad Sülze verwiesen, da auch in Dettmannsdorf-Kölzow über die Errichtung eines Grundschulteils nachgedacht wird. Natürlich machen auch wir uns Gedanken darüber. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir Angst vor einer Schulschließung haben. Ein altes Sprichwort sagt:„Konkurrenz belebt das Geschäft.“ So befindet sich der schulinterne Rahmenplan momentan in der Überarbeitung, um unserem neuen Konzept der Präventiven und Integrativen Grundschule sowie den Anforderungen der Inklusion gerecht zu werden. Etwa 20 Prozent der Schülerschaft wird inzwischen integrativ an unserer Schule und nicht, wie noch vor zwei Jahren notwendig, an anderen Einrichtungen des Landkreises beschult. Dadurch entfällt für diese Kinder der Schullastenausgleich. Das Amt spart Geld. Es darf aber nicht auf unsere Kosten sparen, denn auch die inklusiven Bemühungen gibt es nicht zum Nulltarif!

Wir haben in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Sülze ein Konzept erarbeitet, welches bauliche Veränderungen und pädagogisches Konzept in Einklang bringt. Dabei wurde uns noch einmal bewusst, über welches Pfund das Amt Recknitz-Trebeltal verfügt. Während aufgrund der demografischen Entwicklung, verbunden mit dem Rückgang der Schülerzahlen, über eine neue Schulentwicklungsplanung nachgedacht wird, steht in Bad Sülze ein Gebäude, welches über ausreichende Kapazitäten verfügt. Erinnern möchten wir in diesem Zusammenhang daran, dass das Amt an die Verordnung zur Festsetzung der Aufnahmekapazität an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen gebunden ist. Darum steht der Erhalt des Gebäudes außer Frage.

Doch anstatt Gelder für die dringende Sanierung der Bad Sülzer Grundschule in die Haushaltsplanung aufzunehmen, wird für mehr als 250.000,-€ ein Verbindungsgang an der Regionalen Schule in Tribsees gebaut – damit die Einrichtung konkurrenzfähig bleibt. Aber auch wir wollen im Wettbewerb mithalten. Herr Telzerow macht sich Gedanken über die Folgekosten einer energetischen Sanierung unserer Einrichtung. Wir befürchten jedoch mit jedem weiteren Monat einen steigenden Sanierungsaufwand.

Darum fordern wir von den Mitgliedern des Amtes Recknitz-Trebeltal hier und jetzt:

 

Haltet bestehende Verträge ein – jetzt!

Werdet eurer Verantwortung für unsere Kinder gerecht – jetzt!

Setzt darum ein deutliches Signal für den Schulstandort Bad Sülze – jetzt!

Beginnt mit der Sanierung der Grundschule Bad Sülze – jetzt!

 

Gern stellen wir unsere Räumlichkeiten für die nächste Amtsausschusssitzung im April zur Verfügung, um vor Ort über unser pädagogisches und bauliches Konzept sowie über unsere Vorschläge zur Erhöhung der Attraktivität des gesamten Amtsbereiches zu informieren.

Ergänzend möchten wir noch bemerken, dass die Äußerungen über die Beschulung der Kinder bis Klasse 6 an der Grundschule Tribsees (gesendet im Nordmagazin des NDR am 6.03.2013) nicht der Wahrheit entsprechen. Auch an der dortigen Einrichtung lernen die Kinder bis zur vierten Klasse.

 

Die Eltern und Lehrer der Grundschule Bad Sülze

 

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