Mecklenburger Blitz Verlag

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Ausverkauf der Natur- oder wie ein X für ein U verkauft wird

01.05.2019, Annette Dietzel, Ludwigslust, OT Techentin

In Zeiten von Klimawandel und rasantem Artensterben hat der Stadtentwicklungssausschuss der Stadt Ludwigslust am 29.04. den Kauf von Waldflächen beschlossen, um diese dann "...geordnet zu entwickeln".

Klartext: In Zukunft sollen mindestens 28 ha Wald gerodet werden, für noch mehr Industrieansiedlungen und Niedriglohnarbeitsplätze.

Befragt nach dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der genau das Gegenteil beinhaltet, interessiert dieser den Bürgermeister nicht: "Wir machen hier Kommunalpolitik".

Unter dem Deckmantel einer Stadtentwicklung wird das konzeptionelle Ziel der Stadt im ISEK, nämlich Erhaltung und Schutz der Umwelt, Förderung der Ressourceneffizienz, Verbesserung des städtischen Umfeldes und der Luftqualität, sowie Lärmaktionspläne- ad absurdum geführt.

Wissenschaftliche Studien belegen: Ersatzaufforstungen auf Freiflächen bringen verloren gegangene Wälder nicht zurück. Selbst in 100 Jahren stellen solche Aufforstungen keinen Waldersatz dar, sind anfälliger gegen Trockenheit und Schädlinge, bieten keinen adäquaten Erholungswert und Lebensraum für Tiere.

Versiegelte Betonflächen und Industriehallen produzieren keinen Sauerstoff, binden kein CO2, können keine Schadstoffe filtern, Lärm mindern, bessern nicht das Klima und bieten keinen Lebensraum für u.a. streng geschützte Tierarten.

Von solchen Stadtvertretern möchte ich nicht mehr als Bürgerin vertreten werden. Sie haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wer hat dann noch Lust auf Leben in Ludwigslust?

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