Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Aus, aus, aus - der Tagtraum ist aus!

08.06.2014, Ulf-Harry Kugelmann, Stralsund

Bereits im Juni 2012 befürwortete die SPD der Hansestadt den Bau eines der weltweit größten Aquarien (Azoren-Großaquarium/ 15-Millionen-Liter-Becken), Kostenpunkt für das Aquarium: 40 Millionen Euro, als krönende Ergänzung des Museums auf der nördlichen Hafeninsel. in Verbindung mit einem Kongress- und Hotelzentrum als zukunftsträchtiges Vorhaben.

Rund um diese Inselgruppe im Atlantik gebe es genügend große Fische, die man den Besuchern künftig zeigen wolle.

Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) unterstützt das Vorhaben

Seine Vision: Mit Hilfe privater Gelder soll auf dem noch freien Quartier 65 der Hafeninsel ein Hotel- und Kongresszentrum entstehen. Innen das neue Großaquarium.

Noch einmal 40 Millionen Euro!

Anmerkung:

Investoren sind die besten Wirtschaftlichkeitsprüfer. Findet sich nämlich innerhalb einer angemessenen Frist kein seriöser Interessent, der das Investitionsrisiko eingehen will, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass sich das Projekt n i c h t rechnet.

 

Rückendeckung für das neue Großprojekt auf der Hafeninsel erhält Museumschef Harald Benke von den SPD-Politikern Carsten Schneider, Sonja Steffen und Ute Bartel.

 

„Sozialismus ist so lange toll, bis man das Geld der anderen ausgegeben hat.“

 

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte dem Oberbürgermeister bereits seine Unterstützung für eine Erweiterung angekündigt. Gemeinsam mit dem Bund werde sich das Land um eine Finanzierung bemühen. Zuvor müsse allerdings die Stadt Stralsund zeigen, dass das Ozeaneum die Betriebskosten eines Neubaus selbst tragen könne.

 

Die Erweiterung sei eine „Vision“, die an die Bedingung geknüpft sei, dass sie sich wirtschaftlich trägt, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

 

Laut Gutachten würden drastisch steigende Betriebs-und Personalkosten im Zuge einer Erweiterung des Ozeaneums aber nur dann mit Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Spenden und sonstigen Bereichen gedeckt sein, wenn die verschiedenen Meeres-Ausstellungen pro Jahr von mindestens 1,1 Millionen Menschen besucht werden. Dazu zählt auch das alte Meeresmuseum.

Die Ozeaneum GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Stiftung, der auch das alte Meeresmuseum, das Nautineum sowie das Natureum angegliedert sind. Sie bekommt nach Angaben des Kultusministeriums mit knapp zwei Millionen Euro so viel Fördergeld wie keine andere vergleichbare Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern. Zugespitzt formuliert, legen die Steuerzahler auf jede Eintrittskarte in eine der vier Einrichtungen des Deutschen Meeresmuseums etwa zwei Euro drauf.

Von der Bundesregierung erhält die Stiftung pro Jahr eine Million Euro. Stadt und Land steuern jeweils 496 000 Euro bei. 2012 erwirtschaftete das Ozeaneum auch wegen sinkender Gästezahlen einen Gewinn von nur noch 94.000 Euro

Parallel zum Gewinn sind auch die Besucherzahlen des Ozeaneums von Jahr zu Jahr stark gesunken. Im Rekordjahr 2009 wurden 802 540 Gäste gezählt. Im Jahr 2013 waren es dann nur noch 546 856 Besucher.

Wenn jetzt schon der Wirtschaftsminister von den Plänen abrückt, und der Ministerpräsident diese Entscheidung unterstreicht und damit die Reißleine zieht, müssen wohl die Zahlen des Wirtschaftsgutachtens ziemlich d e u t- l i c h ausgefallen sein.

„Wir sind hier nicht bei „Wünsch Dir was“, sondern bei „So isses“.“

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.