Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Armut in der BRD, selbstgemacht

08.01.2013, Herbert Häußer, Wessin

1993 musste der IG-Metall-Vorsitzende Steinkühler wegen einer 1-Million DM-Spekulation an der Börse, seinem relativ hohen Gehalt von über 200 Tausend DM pro Jahr und seiner Vorlieben für teures Essen und Designer-Anzüge zurücktreten. Ich habe dies genau so in einer Betriebsversammlung aus der taz vorgetragen und danach folgten tumultartige Zustände.

Jahre später folgte unter Schröder, der über die Mitbestimmung eingesetzte Arbeitsdirektor Hartz mit dem angeblichen Reformmodell der Hartz-Gesetze, die wir heute noch anprangern.

Nun lese ich, dass der DGB Niedriglohn anprangert und denke da an die Outsourcing der DGB-Bildungsstätte Sasel oder die Änderungskündigung von der ich 1996 selbst betroffen war und bei der man aus dem Tariflohn 1996 Honorararbeit machen wollte, wogegen ich mit Unterstützung der GEW gegen das Berufsförderungswerk des DGB klagte und gewann.

Nun, es haben alle Gewerkschaften, Kirche, Staat, Industrie und Handwerk mitgemacht.

Hinzu kam natürlich noch die selbst zu verantwortete Banken und Schuldenkrise deren Hintergründe wir gerade bei der Deutschen Bank erleben - als kriminelle Machenschaft (Liborzinsspekulation - der Zins zu dem sich Banken untereinander Geld leihen - und Handel mit Emissionsschutzrechten).

Was wir brauchen ist neben einem Europa mit einheitlichen Steuergesetzen, einer Sozialcharta, einer Besteuerung der Transaktionsgeschäfte und a.m. Eurobonds vor allem eine dem Gemeinwohl sich verpflichtende basisorientierte Gewerkschaft mit rotierenden Funktionären, die auch noch über Erfahrungen aus berufspraktischen, prekären Arbeitsbereichen verfügen.

Damit kein Missverständnis entsteht: ich bin überzeugtes Mitglied einer DGB- Gewerkschaft seit 1963 und habe auch noch die frühere Organisation nach Betriebskartellen in der IG-Metall erlebt .

Gerade las ich in der taz, dass sich in Indien eine Partei der einfachen Leute gegründet hat.

Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt – auf die Gewerkschaftsbosse Bsirske, Sommer ... setze ich wegen 1993 aber nicht.

 

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