Mecklenburger Blitz Verlag

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Armes Schwerin!

16.08.2018, Hartwig Wischendorf, Schwerin

Dass das Wohl und Wehe der Landeshauptstadt unsere Landespolitiker einen feuchten Kehricht interessiert, das wurde kürzlich in einem Leserbeitrag zutreffend beschrieben. Daran hat sich auch nach der Amtsübernahme einer Schwerinerin als Ministerpräsidentin nichts geändert. Den genannten Beispielen wäre das Finanzierungs-Dilemma für den Umbau der Volleyball-Arena hinzuzufügen. Es soll um zwei Millionen Euro gehen, die angeblich vom Innenminister zugesagt wurden, nun aber doch nicht verfügbar sind. Während das Land zum Umbau des Ostsee-Stadions in Rostock bereitwillig 10 Millionen DM locker machte, ist eine entsprechende Unterstützung für Schwerin vorerst nicht in Sicht. Hansa spielt heute in der dritten Liga. Der mehrfache deutsche Meister und Champions-League-Teilnehmer im Volleyball – das sportliche Aushängeschild für das Land soll leer ausgehen. Das verstehe wer will. Und was sagt der OB dazu? – Nichts, jedenfalls nichts von Bedeutung.

Auch während der Amtszeit von Frau Gramkow gab es merkwürdige Entscheidungen des Innenministers, die wohl dadurch zustande kamen, dass die Oberbürgermeisterin in der falschen Partei war. So wurde das Polizeipräsidium für den Westteil des Landes nicht in Schwerin, sondern in Rostock angesiedelt. Erinnert sei auch an die Installation eines sogenannten Sparkommissars, der Frau Gramkow auf die Finger schauen sollte. Eine kostenträchtige Propaganda-Aktion, die nur den Sinn hatte, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass eine Vertreterin der Linken nicht mit Geld umgehen kann. Die durchwachsene Bilanz der Amtszeit von Frau Gramkow ist überwiegend parteipolitisch motivierten Entscheidungen geschuldet. Am Engagement für Schwerin hat es da nicht gemangelt. Davon könnte sich Herr Badenschier eine dicke Scheibe abschneiden. Aber was kann man von einem OB schon erwarten, dem das Amt dank günstiger Umstände zugefallen ist, der diese Aufgabe nun wohl als neue Phase seiner Persönlichkeitsentwicklung betrachtet.Armes Schwerin!

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