Mecklenburger Blitz Verlag

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Anzeige vom 8.11. in der Ostseezeitung - Verkauf von IGA-Parkflächen für Häuser durch Herrn Horn

21.11.2018, Elke Block, Rostock

In der Ausgabe der Ostseezeitung Rostock vom 8. November 2018 spricht Herr Horn von dem Verkauf von IGA-Teilflächen, um Häuser zu bauen.

Ich finde es eine Unverschämtheit, das Herr Horn, der gleichzeitig auch für die Buga 2025 arbeitet. und damit wirbt, daß die Stadt an der Warnow grün wird.

Der IGA-Park ist ein wunderbares, zusammenhängendes großes Naturareal, ein unbezahlbares Gut für Flora und Fauna. Dieses Areal, welches allen Rostockern und Gästen gehört und öffentlich zur Verfügung steht, soll nun eine Fläche nur für Einzelne, gut betuchte Häuslebauer verramscht werden. Und natürlich will Herr Horn sich dieses Geschäft sehr gut bezahlen lassen, denn Geld ist der Hauptgrund für diesen perfiden Plan.

Nicht der Park ist das Problem, sondern es sind die Verantwortlichen. Unvermögen, Ideenlosigkeit, , keine, dem Park angemessenen Visionen, keinen Respekt gegenüber unseren einmaligen Naturschätzen. Und vor allem kein Verantwortungsbewußtsein, unseren Park zu erhalten und zu schützen, damit er zukünftigen Generationen als das dient, wofür er steht. Als eine Oase der Erholung und Entspannung und natürliches Umfeld für Flora und Fauna mit Bäumen, Blumen, Wiesen, Wasser und und und.

Klimawandel? Insektensterben? Herr Horn und seine Leute pfeifen drauf. Aus Geldgier werden so wichtige Streuobstwiesen zu Beton und Straßen und Parkplätzen. Doch unser IGA-Park hat besseres verdient. Und es ist weltweit erwiesen, daß eine gesunde Natur für unsere Zukunft unverzichtbar ist. Leute mit gesundem Menschenverstand, mit Liebe zur Natur in anderen Städten auf dieser Welt haben verstanden, daß der Erhalt und Schutz der Grünanlagen und Parks wichtiger denn je ist. Sie haben Projekte entwickelt, haben Parkanlagen und das Grün wieder in ihre Stadt zurückgeholt. Mit vollem Erfolg.

Und was machen unsere Stadtväter? Sie wollen nach außen hin beweisen, daß Rostock zur Buga eine grüne Stadt an der Warnow ist. Es werden schon jetzt Millionen Euro fiktiv ausgegeben für Objekte, die jede Preisgrenze sprengen, Wünsche der Stadtväter, die oftmals schon die Bodenhaftung verlieren. Doch während für die Pläne zur Buga Geld anscheinend schon keine Rolle mehr spielt, werden unsere Grünanlagen und Parks im hier und heute zerstört, ausgedünnt, tot gepflegt und regelrecht vernichtet. Da ist plötzlich angeblich kein Geld mehr da.

Es wird gelogen und betrogen, um die Stadtpläne – oftmals an den Interessen der Rostocker Bürger vorbei – durchzusetzen. Koste es, was es wolle.

Bürgermitbestimmung? Von wegen.

Da ist die Bebauung des Rosengartens, weil es angeblich keine Alternativen gibt. Sagt die Stadt.

Da ist die Holzhalbinsel, deren Betonbauten keine Begrünung – weder horizontal noch vertikal – zulassen. Da wurden und werden heimlich, still und leise mit Hilfe der Rostocker Bürgerschaft Grünflächen in der Südstadt – trotz massiver Proteste der Einwohner – an Wohnungsgenossenschaften verhökert. Und diese arbeiten mit Elan daran, statt Bäume und Wiese Betonklötze und Parkplätze zu bauen, die Südstadt so doch noch zu verdichten und den Charakter unseres Stadtteils negativ zu verändern. Da werden heimlich Ackerflächen gekauft, denn unsere zukünftigen Generationen können ihr Obst und Gemüse ja aus Spanien, Italien und Übersee kaufen. Regionalität ade.

Und jetzt kommt der IGA-Park dran.

Herr Horn will den Eintritt abschaffen, im gleichen Atemzug spricht er aber von hohen Kosten für den Park. Eintritt in Höhe von 1,- bis 3,- Euro, um sich den ganzen Park aufzuhalten, ist nicht viel. Der Eintritt sollte bleiben, aber der Park auch für Hundebesitzer und Radfahrer geöffnet werden. Unser IGA-Park sollte keinesfalls aus Profit- und Geldgier Einiger verunstaltet oder sogar zerstückelt werden.

Wir brauchen endlich Menschen, die Verstand, Liebe, Herz und grünen Daumen haben, um unsere Parks und Grünanlagen, unsere Flora und Fauna das Recht auf Raum, Zeit und Ruhe einräumen, um gleichberechtigt zu existieren und uns zu erfreuen, uns gesund zu erhalten.

 

 

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