Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Antwort an Herrn Gutz

08.11.2018, Haiko Hoffmann, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Antwort Herr Hoffmann auf Schreiben vom 30.10.18"
im Vier Tore Blitz vom 04.11.2018

Sehr geehrter Herr Gutz,

1.Sie selbst haben wortwörtlich gesagt: „…Da muss man doch mal darüber nachdenken ob in diesem, unserem Land die Demokratie noch funktioniert und die richtige Staatsform für uns ist." Sie erweckten in Ihrer Zuschrift damit keineswegs den Eindruck, dass Sie für Demokratie eintreten. Sie hatten sie ganz klar infrage gestellt. Von mehr Demokratie sprachen Sie mit keinem Wort.

2.Somit sind meine Fragen – und mehr war es nicht – berechtigt, ob Sie etwas anders im Sinn haben als Demokratie. Ich habe nicht gesagt, dass Sie Diktatur wollen. Ich habe nur die Frage gestellt, welche andere Staatsform anstelle von Demokratie Sie sich vorstellen, da Sie das ja offen ließen. Und ich war es dann, der sagte, dass ich als Alternative zur Demokratie nur an Diktatur denken könnte. Bitte lesen Sie das Ganze noch einmal aufmerksam.

3.Unabhängig, wie das gemacht werden kann, bin ich auch für mehr Demokratie, auch dafür, dass das Volk mehr zu sagen haben sollte. Das sehe ich auch so. Aber ich halte die AfD nicht für die Alternative für Deutschland.

4.Dass eine einzige Person im Alleingang bestimmt hätte, welche Art Energieversorgung in Zukunft sein solle, wie die Art der Zuwanderung sei, dass die Wehrpflicht abschafft oder die Ehe für alle zugelassen werde oder welche Währung wir haben, stimmt einfach nicht. Das kann sicher nicht als Beweis angeführt werden für einen Mangel an Demokratie. Das wäre nur in einer Diktatur so. Und die haben wir gottlob nicht, auch wenn es eine Menge Mängel gibt, die behoben werden müssen, zweifellos. Das Grundgesetz ist dafür die beste Grundlage. Die Politik habe ich nirgens schöngeredet.

5.Einer Begrenzung von Amtszeiten kann man sicher nur zustimmen.

 

Indem Sie erklären, nicht weiter antworten zu wollen und „streiten“ (Wort scheint mir unpassend) über die Medien nicht für sinnvoll halten, genau diese Medien doch aber zugleich nutzen, um Ihre Ansichten zu äußern, was auch im Unterschied zur Diktatur in der Demokratie nicht nur möglich sondern nötig und damit keineswegs sinnlos ist, so kann man nur konstatieren, dass man den Eindruck hat, dass Sie den Raum betreten, Ihre Meinung dank Demokratie äußern, eine Auseinandersetzung aber ablehnen bzw. vermeiden wollen. Sie sagen Ihre Meinung, was in Ordnung ist, wollen aber von vorn herein eigentlich nicht zulassen, dass man darauf ebenso öffentlich antwortet. … So sehe ich das. Insofern leben wir wohl wirklich in zwei unterschiedlichen Welten.

 

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