Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Antibiotika für ALLE

15.02.2016, Udo Cimutta, Steinfeld

Stellen Sie sich vor, in einer Großstadt wie Rostock werden alle Einwohner verpflichtet jeden Tag Antibiotika einzunehmen. JEDER! Eine Begründung für so eine Maßnahme? Es würde befürchtet, dass EIN Einwohner erkranken KÖNNTE und dann weitere anstecke. So ein Blödsinn werden Sie jetzt denken. Denn, wenn wirklich einmal einer krank werden sollte, dem hilft dann nichts mehr, gegen Antibiotika ist er mittlerweile resistent. Richtig! Was für die Menschen undenkbar erscheint, passiert in den Megastellen der Massentierhaltung von Hühnern. Dort werden über kontinuierliche Antibiotikagaben Resistenzen herangezüchtet. Multiresistente Keime, ähnlich denen, die immer wieder in Krankenhäuser von sich reden machen. Wenn man von Massentierhaltung spricht, sollte dieser Aspekt u.a. vordergründig im Fokus stehen. Leider liest man in der Presse oft nur von Geruchsbelästigung der Anwohner (Sie wissen schon – jene auf das Land gezogene Städter …) und den Landwirten, deren schiere Not im Weltmarktvergleich sie zur industriellen Tierhaltung zwingt (die Grundansicht des Bauernverbandes …). Angeblich lechzt der gemeine Verbraucher ausschließlich nach Billigfleisch und dieses könne man nur in Megaställen herstellen. Seltsam nur, dass die großen Handelsketten immer mehr Bio anbieten. Und, dass die Bio-Produkte oft vergriffen sind! Auch hört man von Überproduktion an Fleisch, von Exporten des Billigfleisches nach Afrika und vom Killen der dortigen Viehwirtschaft. Wozu also dann dieser ganze Hype, um die Wertschöpfungsmaßnahme Nr. 1 für Großbauern, die durch die Politik aus dem Landwirtschaftsministerium protegiert und von der EU mit Hundertausenden von Euro gefördert wird? Eine gute Frage, finden Sie nicht?

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