Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Amerikanisierung

06.11.2017, Willi Behnick, Neubrandenburg

Wenn man einem Volk seine Muttersprache nimmt, nimmt man diesem Volk auch seine Identität als Volk. Seit Jahren nimmt im Rahmen der sogenannten Globalisierung die Amerikanisierung in unserem Land immer mehr zu. Dieses macht sich auch hauptsächlich in der Sprache bemerkbar. So senden beinah aller Hörfunksender im Ukw - Bereich, für alle Bürger errreichbar, Musik zu über 80 % in englischer Sprache. Das ruft gerade bei älteren Bürgern einen Unwillen hervor. Die Bürgerinitiative DEMURAD-MV "Für mehr deutsche Musik im Radio und für die Bewahrung unserer Muttersprache" hat seit Jahren versucht, dass gerade im von allen Haushalten bezahlten öffentlich-rechtlichen Rundfunk überwiegend deutsche Musik gesendet werden sollte. Alle Versuche, ob bei den Rundfunkanstalten, der Legislative oder Exekutive, unsere Forderung oder Wünsche durchzusetzen, fanden kein Gehör. Wir mussten feststellen, dass wir in einer Scheindemokratie leben und stellten vorläufig unsere Aktivitäten ein. Nun erfahre ich, dass eine Partei, die in Zukunft in Deutschland mit regieren will, aktiv bestrebt ist, unsere Muttersprache in den Hintergrund zu drängen.

Im Wahlprogramm zur Bundestagswahl steht geschrieben: "Wir Freien Demokraten wollen Englisch als ergänzende Verkehrs - und Arbeitssprache in der öffentlichen Verwaltung erproben". Man stelle sich vor, was dies für den Erhalt unserer Muttersprache für eine Bedeutung hat. War den Wählern dieser Partei bewußt, dass sie mit ihrer Wahlentscheidung einen kleinen Beitrag zur Abschaffung unser Muttersprache beigetragen haben? Ich möchte betonen, ich bin kein Wähler und Anhänger der AfD und gehöre auch nicht der rechten Ecke an. Diese Partei hat in ihrem Wahlprogramm aber zu stehen: "Die Nationalsprache ist das Herz einer Kulturnation. Als zentrales Element deutscher Identität will die AfD die deutsche Sprache als Staatssprache im Grundgesetz festschreiben". Diese Forderung besteht doch von Millionen Bürgern schon lange.

Beinah alle Länder haben diese Forderung, nämlich die Muttersprache als Amtssprache in ihrer Verfassung festgeschrieben. Wir begingen vor kurzem den 500. Jahrestages des Beginns der Reformation. Martin Luther wurde in diesem Zusammenhang geehrt. Aber das er praktisch mit seiner Bibelübersetzung den Grundstein für die Schaffung einer einheitlichen deutschen Nationalsprache geschaffen hat, war nicht zu hören. Es gibt aber mit der Amerikanisierung in Bezug der Sprache, Bestrebungen dieses Werk vom Luther zu vernichten und damit die Identität unseres Volkes. Darüber sollten alle Menschen mal nachdenken.

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