Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Amen!!!

23.09.2011, K.-H. Fehrmann, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Posaunen von Jericho und Streit um’s Recht"
im Schweriner Blitz vom 18.09.2011

Ich habe lange darüber nachgedacht, was der Leser Rudolf Hubert, den Menschen mit seinem Leserbrief sagen will – komme aber nicht darauf.

Herr Hubert beklagt offensichtlich, dass es in der DDR eine atheistische Erziehung in der Schule und im gesellschaftlichen Leben gab. Gleichzeitig stellt er aber fest, dass das Recht und auch die Religion immer durch Klasseninteressen bestimmt wer­den. Warüber wundert er sich dann?

In der DDR gab es eine klare Trennung von Kirche und Staat und es ist doch nur logisch, dass ein Staat, der auf den Lehren des Marxismus basierte, seine Ideologie in den Vordergrund stellt. Das war zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte so, dass die Herrschenden ihre Macht durch die entsprechenden Gesetze und die Religion untermauerten. Daraus nun abzuleiten, dass die DDR in dieser Hinsicht etwas ganz besonders Verwerfliches getan habe, ist unredlich.

Jeder Bürger der DDR hatte das Recht,sich religiös zu betätigen und einen Gottesdienst zu besuchen, wenn er es wollte. Das kann auch ein Herr Hubert nicht bestreiten. Ich habe selber im Schuldienst gearbeitet und hatte dabei auch mit Kindern zu tun, die aus einem sehr christlichem Haus und aus Sekten kamen. Diese Kinder haben einige Veranstaltungen der Schule nicht besucht, weil die Eltern dagegen waren. Sie dürfen mir

glauben, Herr Hubert, diese Kinder waren nicht sehr glücklich darüber.

Aber zu keiner Zeit hat es seitens der Lehrer oder anderer Funktionäre,Benachteiligungen für diese Kinder gegeben. Auch wenn Sie jeden, der etwas Positives über die DDR sagt, als

unbelehrbar abqualifizieren – mir war das Verhältnis zur Kirche damals zehnmal lieber als heute, wo die Kirche sich in alle Belange einmischt und meistens negativ. Selbst der Katholik Adenauer hat dazu einmal gesagt: die Kirche hat Amen zu sagen und weiter nichts.

 

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