Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Altbewährte Phrasen

07.09.2017, Martina Plischka, Plau am See

Zum Duell Merkel gegen Schulz gab es, wie nicht anders zu erwarten, die altbekannten Phrasen. Vor allem enttäuschend waren die Fragen der Moderatoren, die sich lediglich immer wieder auf Flüchtlingskrise und Pkw-Maud konzentrierten. Als gäbe es nur diese beiden Themenbereiche. Das Thema der immer weiter aufklaffenden Schere zwischen Arm und Reich wurde lediglich kurz gestreift, Frau Maischberger äußerte ja gleich, wie wohlhabend dieses Land doch sei. Demnach zeigten die Moderatoren bereits, was für sie wichtig ist, wenn es hier allen so gut gehe, brauchten soziale Brennpunkte wie Rente, Arbeitslosigkeit bei älteren Arbeitnehmern, Generation Praktika nicht weiter intensiviert werden. Von einer Wiedereinführung der Vermögenssteuer und einer ordentlichen Reichensteuer einmal ganz abgesehen. Vor allem das Thema, das uns demnächst am meisten beschäftigen wird, die komplette Durchdigitalisierung des Arbeitslebens, wurde so gut wie gar nicht berührt. Demnächst gilt der alte Leitfaden, eine gute Schulausbildung samt Studium zu absolvieren sei das Wichtigste, gar nicht mehr. Was tun, wenn Roboter den Anwälten, Ingenieuren, Architekten die Arbeit stehlen, die Mediziner arbeitslos werden lassen, denn diese arbeiten präziser und haben alle Gesetzestexte auf der Festplatte. Man schätzt, dass 70 % der jetzigen Arbeitsplätze in allen Bereichen des Arbeitslebens wegfallen werden mit zunehmender Tendenz. Ein riesiger Umwälzungsprozess wird in Gang gesetzt, zu dem nicht eine Partei eine Lösung in Händen hält. Was nützen teure Wahlkampagnen, wenn sie nicht den Kern der Probleme erfassen? Es wird nur noch verschleiert, nichts offengelegt.

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