Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Alles nur Theater.

05.02.2012, Ulf-Harry Kugelmann, Stralsund
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Jetzt ist der Landtag am Zug"
im Mecklenburger Blitz vom 05.02.2012

 

Während M-V einen effektiven Schuldenstand von ca. 10,5 Mrd. Euro vor sich herschiebt, und dafür jährlich mehr als 400 Mio. Euro Zinsen an Banken und weitere Kapitalgeber zahlen muss, sowie bundesweit die höchsten Übergangsgelder für Abgeordnete zahlt, fordert die Grüne Fraktion im Landtag zu den bereits jährlich für die Theater bereitgestellten 35,8 Mio.( mehr als in anderen Kulturbereichen) eine Aufstockung um weitere 3,58 Mio. Euro.

 

Um diese Forderung noch zu unterstreichen, wurden Begriffe wie Kultur, Anregung zum Denken, attraktiver Standort, Demokratie sowie Toleranz bemüht. Der Fraktionschef der Grünen sprach sogar von einem „kulturpolitischen Skandal“. Wenn es mal wieder um das Ausmalen von „Schreckensszenarien“ geht, ist jede Übertreibung gerade recht. Der letzte Landtagswahlkampf lässt grüßen.

„Wie sollen denn die 3,58 Mio. Euro gegenfinanziert werden? Wer soll auf Zuwendungen verzichten, damit diese Aufstockung ermöglicht werden kann?“ Diese Fragen sind von den Grünen noch zu beantworten. Wir warten.

Die Voraussetzung für eine zukunftsweisende Kultur- und Bildungspolitik ist nämlich langfristig eine solide nachhaltige Haushaltspolitik.

 

Die Forderung nach noch mehr Geld kann die inhaltlichen Probleme der Theaterlandschaft nicht lösen. Warum gelingt es dem einen Theater 25 Prozent seiner Kosten durch eigene Einnahmen zu decken und warum sind es bei einem anderen nur knapp 10 Prozent? Das hat weniger mit Geld, sondern mit Konzepten zu tun. Und diese müssen diskutiert werden.

 

Die Verantwortung für diese Konzepte und Visionen tragen in erster Linie die Eigentümer der Theater, also Kommunen, und die Theater selbst.

Beide Seiten sollten für jeden nachvollziehbar deutlich machen, was sie sich nicht nur noch leisten können, sondern auch, was sie sich leisten wollen und müssen, verbunden mit der dafür erforderlichen Finanzierung.

 

"Ein Theater darf sich auch selbst tragen“.

 

 

 

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.