Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Alles hat Ursachen

05.08.2011, Dr. Hans Bomke, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Was ist wichtig?"
im Schweriner Blitz vom 31.07.2011

Niemand sollte einem Kriegs-Vertriebenen beibringen wollen, was 1945 geschah! Nein, ich habe die Bilder der Flucht im eisigen Januar 1945 nicht vergessen: Tiefflieger über den auf vereisten Landstraßen hinziehenden Trecks, verwundete und tote Menschen und Pferde in den schneeverwehten Straßengräben. Doch nach Auschwitz-Birkenau, Lidice, Coventry und Stalingrad war kein rücksichtsvolles Verhalten der Sieger den Deutschen gegenüber zu erwarten. Das ganze Grauen verdankte Deutschland letztlich seinem irren »Führer«, dem es zehn Jahre lang frenetisch zugejubelt hatte, besonders auch in den Ostprovinzen. Angesichts des in der Menschheitsgeschichte bis dahin beispiellosen ideologisch-rassistisch motivierten NS-Vernichtungskrieges gegen Sowjetrussland war die Verurteilung der NS-Verbrecher im Nürnberger Tribunal und den Nachfolgeprozessen ein Akt der Gerechtigkeit den Millionen Opfern gegenüber. Keiner sollte heute Ursachen und Auswirkungen des Krieges verwechseln und in blinden Antikommunismus verfallen. Wohin der führen kann, zeigt ein »Geschichtsinstitut« im polnischen Städtchen Oswiecim, in dem der Satz zu lesen ist: »Das kommunistische Gefängnis war das weitaus schlimmere als Auschwitz«, in Polnisch, Englisch und Deutsch.

 

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