Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

„Aktenkilometer“ - die zweite!

05.04.2019, Haiko Hoffmann, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Aktenkilomenter"
im Schweriner Blitz vom 01.04.2019

Man mag meinen, dass die Stasi-Akten nur dazu taugen, alte Rechnungen zu begleichen oder dass man weiß, wer wen wann wie ausgespäht und verraten hat. Das aber ist nur subjektives Empfinden, welches darin mündet anzunehmen, dass ansonsten nichts weiter interessiert und der Westen von allem Nachforschen verschont bliebe.

Tatsächlich gibt es schon immer reichlich Forschung und Publikationen zu Ost und West auch aus Stasiakten. Auch die Stasiunterlagenbehörde (BStU) selbst hat z.B. zuletzt im Jahre 2016 ein 463 Seiten dickes Buch herausgegeben mit dem Titel „Geheimdienstkrieg in Deutschland - Die Konfrontation von DDR-Staatssicherheit und Organisation Gehlen 1953“, verfasst von Prof. Dr. Daniela Münkel und Dr. Elke Stadelmann-Wenz, Ch. Links Verlag, Berlin 2016. Auf der Website der Behörde sind unter den mittlerweile 263 Publikationen auch welche, die sich mit der Bundesrepublik befassen. In dieser Behörde, die heute schon eher Archiv und Forschungszentrum ist, gibt es eine eigene Abteilung für Bildung und Forschung (BF).

Und auch von außerhalb der Behörde wird fleißig anhand von Stasiakten geforscht und publiziert. Wer sich auf die Suche macht, wird mit Sicherheit fündig.

Und Akten hatte 1989 nur die Stasi noch versucht zu vernichten. Die Geschichte aber hat sie sehr schnell überholt. Mit der Übernahme durch die Bürgerrechtler und der Schaffung der Stasiunterlagenbehörde auf deren Druck war jede weitere Möglichkeit einer Aktenvernichtung genommen. Danach vermutete Aktenvernichtungen sind reine Spekulation.

 

Ansonsten wäre z.B. erwähnte Publikation gar nicht möglich gewesen.

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