Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Abenteuerliche Reise auf dem Segler

10.06.2016, Wolfgang Mengel, Stralsund

Am 07.06. fand der letzte Vortrag des Frühjahrssemesters 2016 der Seniorenakademie 55 plus Stralsund im vollbesetzten Speisesaal der Volkssolidarität Knieperdamm 28 statt. Der Einhandsegler Michael Ziese (47) aus Stralsund nahm die erwartungsvollen Anwesenden mit auf eine wunderschöne Seereise von Kroatien bis nach Stralsund.

Sein einziger Begleiter war sein treuester Gefährte- sein Hund. Auf seinem 11,5 m langen und 3,5 m breiten Schiff mit über 2 m Tiefgang ging er im Frühjahr 2015 in Kroatien an den Start. Auf der 5.100 sm langen Reise, die für 6 Monate geplant war, lief er etwa 100 Häfen in 17 Ländern an, schoss 5.600 Bilder und nahm ca. 1.200 Videos auf. Unter Idealbedingungen hätten 30 sm/Tag ausgereicht, um sein Ziel Stralsund im September zu erreichen, aber der Wettergott hat bekanntlicherweise seine eigene Planung. Eine Flaute lässt sich ggf. mit dem Motor kompensieren, bei Stürmen blieb er jedoch im sicheren Hafen.

Seine Reiseroute lässt sich wie folgt nachzeichnen: Kroatien – Montenegro – Albanien – Korfu(Griechenland) – Italien – Sizilien – Tunesien – Algerien – Marokko – Gibraltar – Portugal – Galizien (Spanien) – über die Biskaya nach Frankreich – die Kanalinsel Guernsey – Dover – Belgien – Rotterdam (Niederlande) – Helgoland – Hamburg – Nordostseekanal – Gedser – Warnemünde – HST. Natürlich hat der Globetrotter diverse Abenteuer erlebt. Im Ionischen Meer begleiteten ihn Delphine, vom Vulcano auf der Insel Vulcano genoss er die herrliche Aussicht und Einsicht in einen Krater, wurde von netten Menschen kostenlos beköstigt, nicht dass es an Geld mangelte, man aber mit seinem Geld (Euro, US-Dollar u.a.)nichts anfangen konnte. In Algerien z.B. wurde ein Supermarkt aus Sicherheitsgründen (Terrorgefahr) von Einheimischen „befreit“, und er kaufte unter Polizei- und militärischem Schutz ganz allein ein. Er selbst rettete Seglerinnen aus Seenot und wäre einmal selbst fast an eine Felswand gekracht, hätte nicht in letzter Not sein Motor ihn, seinen Hund und das Schiff vor Schlimmen bewahrt. Teils musste er „auf blauen Dunst“ in Ermangelung entsprechender Literatur und Seekarten fahren. Letztlich mussten auch regelmäßig die Bedürfnisse seines Begleiters berücksichtigt werden. Hinzu kommt, dass er auf seinem Weg nach Norden ab Gibraltar immer Gegenwind und-strömungen vor sich hatte, die seinen selbst gesteckten Zeitplan in Gefahr brachten.

Alles ging gut aus, wir hatten Herrn Ziese mit seinem Hund leibhaftig vor uns und waren von seinem lockeren Vortrag, den herrlichen Bildern und Videos begeistert. Wir danken unserem Abenteurer ganz herzlich und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg bei neuen Unternehmungen! Ebenso herzlichen Dank an die Ehrenamtsstiftung M/V, die die Veranstaltung unterstützte.

Wolfgang Mengel, Stralsund

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