Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

75. Jahrestag der Stalingrader Schlacht

29.01.2018, Dr. Hans Bomke, Schwerin

Vor 75 Jahren endete die Schlacht bei Stalingrad mit dem Sieg der Roten Armee über die Deutsche Wehrmacht. Von den anfangs rund 200.000 Mann der 6. Armee des Generalfeldmarschalls Paulus überlebten lediglich etwa 5000 den Krieg und die Kriegsgefangenschaft. Je nach historischer Perspektive steht der Begriff »Stalingrad« für den Wendepunkt des 2. Weltkrieges, für das Scheitern des NS-Unrechtssystems, für zehntausendfachen Tod, für militärischen Triumph und militärische Niederlage. Russland wird eine Gedenkfeier durchführen. Die deutsche Bundesregierung ließ verlauten, sie habe »grundsätzliche Kenntnis« darüber, plane selbst jedoch nichts. Die Teilnahme einer deutschen Abordnung wäre ein Beitrag zur Versöhnungsbereitschaft, meine ich. Sieht so die Verantwortungsübernahme für die weit über 20 Millionen Toten in der Sowjetunion, die auf das deutsche Schuldkonto gehen, aus? Ein solcher Umgang mit einem bedeutenden Jahrestag ist aus meiner Sicht geschichtsvergessen, würdelos und beschämend. Deutschland hatte mit dem Raub- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion ein epochales Verbrechen begangen. »Und es ist ein Wunder, dass die Völker der Sowjetunion zur Versöhnung bereit waren«, erklärte der ehemalige Kanzler Schröder anlässlich der 75. Wiederkehr des Jahrestages des 22. Juni 1941.

Dr. Hans Bomke, Schwerin

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