Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

5 oder 100 Jahre

19.08.2011, Siegfried Spantig

Den Unterschied zwischen dem Posaunenschall von Jericho und dem Kampfbegriff Unrechtsstaat kennen Sie. Als die Posaunen ertönten, stürzten die Mauern, als der Kampfbegriff Unrechtsstaat aus der Taufe gehoben wurde, war die Mauer schon umgefallen.

Da hätten wir aber einmal eine Frage, heißt es nun, wie bei »Hart aber fair«: Wurde die SPD-Ost im Rechtsstaat oder im Unrechtsstaat hervorgebracht? Wenn im Unrechtsstaat, ist nachher eine Legitimierung erfolgt. Wann war das? Ein Buch über die Geschichte der Ost-SPD würde unter anderem weiterhelfen.

Eigenartig ist auch die Sache mit den blühenden Landschaften, die in drei bis fünf Jahren aus dem Ostboden wachsen sollten, wie uns Helmut Kohl im Dezember 1990 schriftlich als Postwurfsendung ins Haus gab. Heute wird gestritten: Soli-Beitrag weiter erheben oder nicht. Die Ja-Sager begründen: Das Aufbauwerk Ost ist eine Jahrhundertaufgabe. Was denn nun, fünf oder hundert Jahre?

Dass die DDR hundert Jahre hinter dem Mond gewesen sei, das glauben doch nur die Kampfbegriffbastler. Auf jeden Fall sagen Leute auf der Straße: Da könnt ihr mal sehen, was in den fünf Jahren an blühenden Landschaften geschafft worden ist.

Unberührt davon bleibt die Tatsache, dass jeder, der einen Kampfbegriff in den Mund nimmt, sich früher oder später den Schnabel verbrennt, denn das Leben ist nun mal eine Idee anders.

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