Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

1989 - 2019

06.11.2019, Hartmuth Lorenz, Schwerin

30 Jahre, und wir feiern inzwischen schon das dritte Jubiläum. Wir? Und sagen immer noch Danke an die Mutigen von damals! Alle? Antworten bleiben offen. Am 23. Oktober fand um 18 Uhr der »Festgottesdienst« im überfüllten Schweriner Dom statt, danach ging es zu den anderen auf den Marktplatz. Außer Feuerkörben, überteuerter Bratwurst und leerer Bühne waren um 19 Uhr nur wenige dort. Erst nach ca. 25 Minuten Verspätung öffneten sich die Türen des Domes und der Platz wurde langsam voll. Dort hielt sich das Programm und die Begeisterung in Grenzen. Hat die Kirche dieses Jubiläum etwa für sich vereinnahmt? Vieles spricht dafür. Warum der OB Dr. Badenschier, SPD, seine Rede nicht auf dem Marktplatz gehalten hat, lässt Fragen offen. Staatstragende Kirche und »Wir sind das Volk«? Nach meiner Erinnerung haben die wenigen Christen der DDR die Wende 89 nicht allein herbei demonstriert. Auch! Mit Mut und großer Angst öffneten die Pastoren teilweise »zähneknirschend« ihre Kirchen, auf Druck der Massen. Das ist ihr Verdienst und war ihre einmalige Chance! Danach fanden die großen Montagsdemos auf dem Alten Garten mit anschließendem Umzug statt! Dank des Neuen Forums und den Mutigen von damals: friedlich! Hätte die dritte Jubiläumsveranstaltung nicht dort stattfinden können, mit fetziger Musik, z.B. der Schweriner Superband Highheel Sneakers und Schweriner Zeitzeugen, Aktivisten mit Beiträgen von damals, kurz und knapp über das Heute?

Hartmuth Lorenz, Schwerin

 

Tipp: »Die Rolle der Kirche in der 89-Bewegung«, so lautet die nächste Veranstaltung in der Thomaskapelle des Domes am 14. November, 19 Uhr. Veranstalter die Friedrich-Ebert-Stiftung.

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