Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Kluge Sichtweise

31.12.2017, Jörn Jonischkies, Rostock
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Zum Jahreswechsel"
im Rostocker Blitz vom 31.12.2017

Bravo und vielen Dank Herr Hanke für die wahren Worte! Der Aufschrei aus den Altländern wird nicht lange auf sich warten lassen. Wie kann sich der undankbare Ostdeutsche erdreisten, den westlichen Doktrin eine Abfuhr zu erteilen. Schlimmer noch, der ehemalige DDR-Bürger berichtet über den ehemaligen DDR Bürger. Welch eine Frechheit, da dieses ausschließlich dem Systemgewinner zusteht, zu sagen wie der DDR Bürger gelebt hat, nämlich in einer bösen Diktatur, wo viele Kinder und Erwachsene in großer Armut leben, die Alten zu den Tafeln müssen, die Einheimischen an die Stadtränder vertrieben werden, weil sie die Wuchermieten nicht zahlen können und dadurch auch Obdachlose generiert werden, wo ein Zoo-Besuch mehr kostet als eine 3-Raum-Wohnung zur besagten Zeit, wo gesellschaftliche Teilhabe für Massen ein Fremdwort ist, wo mehr für Schein als Sein ausgegeben und gelebt wird, wo persönlicher Profit mehr wert ist als ein Menschenleben. Ja so sieht die Realität aus. Nur nicht in der "bösen Diktatur der ehemaligen DDR", sondern im Hier und Jetzt, in der Diktatur des Kapitals! Und meines Erachtens wird diese Wahrheit viel zu selten ausgesprochen, viele haben resigniert oder sich damit abgefunden. Nein Herr Hanke wir sind viel mehr, als es diesem Staat lieb sein kann! Wir sind die, die beide Systeme sehr gut kennen und auch nur wir dürfen uns darüber ein Urteil erlauben! Und dieses fällt von mir sehr schlecht aus für die BRD! Ich gehöre niemals dem Westen und seiner kriegerischen, kapitalen Werte an und ich verbitte mir, in meinem Namen Sanktionen gegenüber dem Westen unliebsamen Ländern auszusprechen und "Demokratie bringende" Kriege zu führen! Ich bin in Rostock auf dem Gebiet der annektierten DDR geboren und so bleibt es!

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