Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Hohe Diäten

30.12.2017, Hartwig Niemann, Rostock

709 vom Volk gewählte Bundestagsabgeordnete sitzen im Parlament. Ob gewollt oder nicht gewollt. Die Tatsachen sprechen für sich. Zur Kasse gebeten wird das Volk, um diesen Wasserkopf zu finanzieren. Das erschreckende an dieser Größenordnung, ohne dieses Dilemma wissenschaftlich durch Überhangsmandate etc. zu begründen, ist die Tatsache, dass diese 709 vom Volk gewählten Abgeordneten bis zum heutigen Tag nicht in der Lage waren, eine neue Regierung zu bilden. Und noch eine Tatsache ist erschreckend. Während der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, sollen die Diäten dieser 709 Bundestagsabgeordneten auch 2018 gezahlt werden.

Von der Kanzlerin bis zum Bundestagsabgeordneten, der in der letzten Reihe sitzt, ist das eine Unverschämtheit, die mich nachdenklich macht. Das ist aber noch lange nicht alles. Was zusätzlich zur Diätenzahlung anfällt, ist die Zahlung einer Sachkostenpauschale für Handys, weiteren Arbeitsgeräten und Büroausstattungen.

Wer sich jetzt dem Gedanken hingibt, dass durch diese Zahlungen das Ende der Fahnenstange erreicht wird, täuscht sich gewaltig. Wenn schon denn schon. Man lebt ja nur einmal.

Wer als Bundestagsabgeordneter nach vier Jahren seinen Abschied nehmen muss - aus welchen Gründen auch immer - kann zwischen Daumen und Zeigefinger noch einige weitere Ansprüche an Euros geltend machen. Letztendlich sind es für solche Bundestagsabgeordnete harte Zeiten, wenn man den Bundestagssessel nicht mehr unter den Hintern spürt und den Weg antreten muss, um seine Zustimmung zum weiteren Einsatz unserer Bundeswehrsoldaten im Ausland abzugeben.

Wer vier Jahre als Bundestagsabgeordneter in diesen Prozess – einer angeblichen Demokratie – gedient hat, wird aus Dankbarkeit nicht nach Afghanistan oder Mali versetzt. Um Gottes Willen. Nach vier Jahren Fingerheben oder Karte-in-die-Wahlurne schieben, stehen an Pensionen noch einmal 1000 Euro pro Monat zur Verfügung, damit man sich nicht wie andere an der Tafel anstellen oder wie hungernde Kinder in Deutschland mit knurrendem Magen durch die Gegend laufen muss. (siehe Armutsbericht in einem „reichen“ Deutschland). Pfui! Kann ich nur noch sagen, schämt euch! Eine „tolle“ Demokratie. Wer inzwischen von den 709 Bundestagsabgeordneten hüftlahm geworden ist oder es nicht mehr schafft, den Finger zu heben, kann sich natürlich über eine Erleichterung freuen, die es inzwischen gibt. Die Diätenerhöhung erfolgt automatisch ohne neue Abstimmung im Plenum.

 

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