Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

H. Schliemann - Kaufmann und Forscher

11.10.2017, Wolfgang Mengel, Stralsund

Dr. Reinhard Witte, bis August ´17 Direktor des H.-Schliemann-Museums in Ankershagen, referierte am 10.10.17 vor der Seniorenakademie 55 Plus Stralsund über den „Pionier der Feldarchäologie“ Heinrich Schliemann (1822 -1890 Neapel), gebürtiger Mecklenburger (Neubukow), ab 1846 jedoch mit russischer und dann amerikanischer Staatsbürgerschaft. Er ging in die Geschichte als Ausgräber Trojas/Ilions (südwestlich der Dardanellen gelegen – 1870-1873) und Wiederentdecker der Mykenischen Kultur (Peloponnes 1874-1876) ein. Er hinterließ ein umfangreiches Schriftgut (60000 Briefe, 18 Reise- und Grabungsbücher, Geschäftsbücher und Manuskripte) in 12 verschiedenen Sprachen (er beherrschte insgesamt 20), das in der Gennadis-Bibliothek Athen und nur zu kleinen Teilen in Ankershagen aufbewahrt wird. Das für seine Forschungen notwendige Geld resultierte aus seiner äußerst erfolgreichen kaufmännischen Tätigkeit in Petersburg und Sacramento. Zur Verfeinerung seiner Grabungsmethoden trug wesentlich W. Dörpfeld bei, den Schliemann selbst als seine „größte Entdeckung“ bezeichnete. Den Forscher verband eine enge Freundschaft mit dem Arzt und Prähistoriker R. Virchow, aufgrund dessen Vermittlung Schliemann seine trojanische Sammlung der Stadt Berlin überließ. Herausragende Einzelstücke seiner Grabungen sind der „Schatz des Priamos“ (Troja), heute im Puschkin-Museum in Moskau zu bestaunen, und die sog. „Goldmaske des Agamemnon“ (Mykene).Ein herzlicher Dank gilt seitens der über 100 Zuhörer Dr. Witte für seinen hervorragenden Vortrag, der für Interessierte den Besuch des Schliemann-Museums, das heute zugleich Internationales Zentrum der Schliemann-Forschung ist, fast zu einer Notwendigkeit macht.

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