Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der Weihnachtsmarkt meiner Kindheit

05.12.2017, Anonym, Neubrandenburg (Name dem Verlag bekannt)

Ich bin 1965 geboren, hier in Neubrandenburg. Eine schöne Stadt, damals als ich noch Kind war. Der Weihnachtsmarkt war auf dem Karl-Marx-Platz und er war ein so schöner Weihnachtsmarkt. Eine riesige Tanne stand in der Mitte des Platzes, um ihn herum standen die Buden. Es roch nach Tee, Glühwein und Grog, nach Schürzkuchen und Waffeln. Meine Eltern gingen mit uns Kindern zusammen hin und wir waren immer schon Tage vorher aufgeregt. Erst wurde alles angesehen, dann durften wir Kinder rüber zum Centrum, um dort die Schaufenster zu sehen. In jedem Fenster gab es etwas anderes zu bestaunen, da gab es Teddys auf Schaukeln und Märchenfiguren und alles bewegte sich. Wir Kinder konnten gar nicht genug staunen. Danach durften wir Kinder alleine über den Markt laufen und Karussell fahren, Zuckerwatte naschen und uns alles noch einmal ganz genau ansehen. Es gab so viel, was man ansehen konnte. Meine Eltern trafen sich mit Freunden an einer Bude, tranken Tee oder Glühwein oder machten noch Einkäufe für uns Kinder. Wir Kinder trafen uns dann im HKB, dort war eine lange Bastelstraße und wir Kinder bastelten mit Eifer an Geschenken für Mama und Papa. Wir hatten Zeit, meine Eltern wussten, wo wir waren und es machte Spaß - sehr viel Spaß. Dann bekamen wir alle noch eine Bratwurst und wir gingen glücklich nach Hause. Meine Eltern hatten Tüten mit Schürzkuchen und wir Kinder wussten, dass wir am nächsten Tag zum Kaffee diese naschen durften. Im Januar wurde dann von der Feuerwehr der Stadt Schnee zusammengeschoben und eine Eisbahn auf den Platz gemacht, wo wir Kinder toben konnten. Ja, das Wetter war damals ein anderes und es gab kein Weihnachten in meiner Kindheit, wo es nicht kalt war und geschneit hatte. Doch ein richtiger Weihnachtsmarkt lässt sich heute noch machen und auf die Beine stellen. Warum muss diese Eisbahn dort stehen? Warum wird nicht wenigstens um die Kirche herum der Weihnachtsmarkt gestellt? Es wäre doch genau das Richtige. Die Geschäfte in der Turmstraße würden sicher nicht schlechter besucht werden als heute, wo alles in die Einkaufstempel rennen. Wir sind es unseren Gästen schuldig, denn schön ist unsere Innenstadt genauso wenig wir unser Rathaus. Läden auf der Turmstraße gehen ein, weil nichts dafür getan wird, dass sie attraktiver werden. Noch ein Center, noch ein Einkaufsmarkt. Über den Namen Weberglockenmarkt lässt sich streiten. Der Name macht es sicher nicht besser, doch es ist Weihnachten. Die Stadtväter des Rathauses haben es in der Hand, also hört auf die Stimme der Neubrandenburger!

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.