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Leserbriefe
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März 2012

Leserbriefe 21 bis 25 von insgesamt 87
Offener Brief
23.03.2012

Als ehemaliger Chefdirigent des Mecklenburgischen Staatstheaters machen mir die Pläne, weitere 60 Stellen am Mecklenburgischen Staatstheater zu streichen, mehr als große Sorgen. Aber nicht nur in dieser Eigenschaft mache ich mir Sorgen. Als Bürger Europas, der einmal mitgewirkt hat, die Mecklenburgische Staatskapelle als führenden Klangkörper des Landes für seine zeitgemäßen Aufgaben zu vergrößern, mache mir Sorgen über die Zukunft Europas, denn die Kultur Europas hat die Produktivität und Leistungsfähigkeit Europas erst möglich gemacht.

Es gibt wieder einmal Pläne zu Kürzungen in der Kultur. (Von »sparen« kann keine Rede sein, denn das tut man in guten Zeit für weniger gute Zeiten und von »Einsparen« kann auch keine Rede sein, denn die vorgesehenen Einschnitte werden in absehbarer Zeit ein Vielfaches der »eingesparten« Summe kosten). Diesmal soll es auch wieder das Mecklenburgische Staatstheater treffen. Wir sprechen ja nicht über einen einmaligen Vorgang. Wir sprechen mit diesen Plänen über einen planmäßigen Abbau der Kultur. Wenn man die Pläne liest, denkt man erst, dass das ein Druckfehler sein muss, denn diese (weiteren) Einschnitte sind ein Kahlschlag in der Kultur. Wie kann es sein, dass nach dem 2. Weltkrieg, in einer Zeit der Armut, prozentual mehr Geld für Kultur verfügbar war und jetzt in Zeiten des Reichtums ein großer Teil der Subventionen in der Kultur gestrichen werden?

Ich kann sie nur auffordern, sich einmal die internationalen Studien anzuschauen, die die Wechselwirkung zwischen Kultur und sozialen Problemen und Kriminalität untersuchen. Niemand kann nach der Beschäftigung damit auf die Idee kommen, die ohnehin schon zusammengeschrumpfte Orchesterlandschaft in Europa und vor allem in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu dezimieren, denn es wird deutlich, dass das jetzt gestrichene Geld zeitversetzt für soziale Fragen und gegen Kriminalität ausgegeben werden muss.

Wir sind uns in Mitteleuropa einig darüber, Diktaturen zu bekämpfen. Aber warum sind Diktaturen manchmal über zu lange Zeit erfolgreich? Weil sie u.a. alle ein umfängliches und meist kostenfreies Jugendprogramm haben, welches künstlerische Betätigung fördert. Die Demokratien sollten ihre Jugendprogramme ausbauen. Die Kosten, die das erfordert, werden schon eine Generation später bei der Sozialhilfe und bei der Bekämpfung der Kriminalität doppelt eingespart werden können. Es gibt keine noch so primitive Menschengemeinschaft ohne Musik. Musik und spekulatives Denken sind im materiellen Sinne – scheinbar –nutzlos. Aber die inzwischen wissenschaftlich bewiesene Wirkung der klassischen Musik, von der höheren Leistung der Milchkuh bis zur größeren Leistungsfähigkeit von Kindern, die mit klassischer Musik aufwachsen, erbringt am Ende auch materiell greifbare Erkenntnisse, obwohl eben gerade diese materiellen Ergebnisse nicht im Zentrum der Kunstdiskussion stehen dürften, denn Kunst hat nicht die primäre Aufgabe »rentabel« zu sein und muss ich nicht über die Wirtschaftlichkeit definieren. Die Verantwortungsträger verlangen aber immer wieder diese Diskussion. Leider gibt es trotz der wirtschaftlichen Erkenntnisse über die Wirkung von Kultur und Kunst keine entsprechenden politischen Entscheidungen – im Gegenteil: Trotz »Wachstum« wird im Bereich der Kultur überall und zuerste gekürzt. Alles, was nicht unmittelbar in Geldwert auszudrücken ist, wird »weggespart«, denn Politik denkt nur in Wahlperioden. Kunst und Kultur aber müssen in Menschheitsdimensionen schaffen und denken.

Berlusconi war beim Sparen in der Kultur wieder einmal Negativ-Beispiel Nummer eins in Europa, dem zu Zeit die neuen Regierungen in Den Haag und Kopenhagen den Rang ablaufen wollen, Deutschland tut nun ein gleiches und Mecklenburg-Vorpommern will seine größten Werte weggeben. Demgegenüber kann man nur rufen: Humanistische Bildung ist ein Bürgerrecht. Ihre Verweigerung ist inhuman und im höchsten Maße wirtschaftsschädigend, denn die Bildungsverlierer von heute sind die wirtschaftlich abhängigen von Morgen.

Stellen Sie und andere führende Politiker echte Kultur auf den ersten Platz und Europa wird überleben.




von: Prof. Hartmut Haenchen, Dresden
Wulff-Posse und das Billionenspiel
23.03.2012

Das Verhalten von Wulff entspricht ganz dem Stil dieser christlichen Einheitspartei. Denn seit Merkel regiert, schlagen Diäten, Zulagen sowie Parteigelder trotz Mitgliederschwund im Wachstum »Brüderlesche« Purzelbäume. Die »Bürgerlichen« (auch so`n Witz!) waren, sind und ... in ihrer Gier moralisch zügellos! So ist es kein Zufall, dass Schwarz-Gelb beharrlich die Ratifizierung des Korruptionsgesetzes bei Politikern verweigert. Wissen Sie noch: die Flick-Affäre, Kohl-Spenden samt Ehrenwort mit Ergebnis Ehrenvorsitzender oder wie ein Unionsbesoffener (Wiesken) einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verursachte, um danach Verkehrsminister zu werden etc? Da läuft die Fahrerflucht (vor Zeugen! warum?) a la Döring unter Peanut. Vor allem ist Wulff rechtlich unschuldig. Nachdem man ihm den Ehrensold aufgezwungen hat - ja, ja - denn Wulff hatte zuvor - »der Ehrensold ist nicht mehr zeitgemäß...das gilt auch für mich« - klar Stellung bezogen, ist er so frei und nimmt nach dem Finger (199.000€) auch den Rest der Hand (255.000€ für Büro, Limousine etc). Damit bewegt er sich ganz auf der Mekel- Linie, die zurzeit ein Billionenspiel abzieht! Ja, ja, BILLIONEN, denn einzig durch Merkels polit.Untätigkeit wurde die demokratisch nicht kontrollierte EZB gezwungen, Geld auf den Markt zu werfen. Hilfe von China und der G 20 ist nicht zu erwarten, denn der Sparzwang von Merkel sorgt für Lohndumping, Stagnieren der Gehälter und Sinken der Renten. Niemand investiert dort, wo ständig Kaufkraft entzogen wird! Seit 2007 sind es mittlerweile ZWEI BILLIONEN plus Rettungssschirme, Pakete, Firewalls Merkelscher Prägung, die allesamt gescheitert sind, über DREI BILLIONEN. Hoffnung gab Herr M.Lindner von der FDP: »Durch Sparmaßnahmen hat der IWF Argentinien gerettet.« Leider ist auch das, wie vieles bei der FDP, falsch. Denn nach zwei Sparrunden wurde IWF-Wallstreet rausgeworfen, den Gläubigern ein Ultimatum gesetzt (12-20% oder gar nichts). Ohne IWF-Wallstreet befinden sich Argentinien, Brasilien, Türkei u.a. im Wachstum! Die Bürger werden leider diesen schwarz-gelben Mist ausbaden müssen. »Leuchtendes« Besipiel bietet Griechenland, wo von den BILLIONEN ganze 15,1 Mrd angekommen sind. Als Gegenleistung gibt es SOS-Kinderdörfer und Massenarbeitslosigkeit. Dafür flossen die »Peanuts« von Billionen zu 1 % an Banken und deren Schatten, Versicherungs-, Pensions-, Renten- u.a. (Hedge)Fonds, wo die Kohle für 4-14% geparkt wird. Wehe, sie wagen eine Lohnerhöhung oder den gesetzlichen Mindestlohn... Geht nicht, denn das Geld benötigen die Banken, wofür im Gegenzug »Milchbubi« Rösler Staaten in »geordnete« Insolvenz schicken will. So verwundert es nicht, dass Berater, Bänker und sogar die Wirtschaftsweise di Mauro das Ferne suchten. Auch ich sehe es wie zig Wirtschaftswissenschaftler, Alt-Kanzler Schmidt und Dr.Kubicki (FDP, mal einer mit Qualität!): »Man kann Banken in die Insolvenz gehen lassen, aber nicht Städte und Staaten!« Denn dabei handelt es sich um Menschen und nicht Häuser, die man z.B. durch Sparkassen etc ersetzen kann! Verstanden, Herr Rösler? Letztlich sind also die 455.000 für Wulff gegenüber dem Billionenpoker von Merkel Peanuts, weshalb der schwarz-gelbe Protest auch spärlich ist. P.S. Die Glorifizierung der Person Merkel seitens der Medien erinnert mich an die DDR! Achtung Personenkult!




von: Harald Suschka, Boizenburg
Neues Buch von Altkanzler Schmidt
23.03.2012

Darin beschäftigte er sich mit politisch-wirtschaftlichen-finanziellen Belangen sehr gründlich und gibt Ratschläge, wie man sich dem neuen Raubtierkapitalismus durch die kriminellen Hedge-Fonds entziehen sollte! U.a. erwähnte er, früher hatte die BRD3 Staatsbanken und das war besser für unser Land und Bevölkerung. Danach war nur noch die Deutsche Staatsbank eine staatliche Bank, übersiedelte dann durch eine Sonderabteilung zur berüchtigten Londoner Spekulationsbank und habe sich somit selbst globalisiert und dabei sehr große Finanzschulden eingehandelt, was unser Land und die Bevölkerung nun sehr belastet; es gäbe nur eine Rettung, sich aus der Londoner-Spekulationsbank zu entfernen und alt-bewährte Zustände wieder herzustellen! Hoffentlich befolgen unsere Politiker diesen Rat!




von: Erich Weber, Schwerin
Wir gratulieren
23.03.2012

Wenn am 25.März an der Haustür von Frau Ursula Hodorff geklingelt wird, dann wird auch die Vorsitzende der BRH-Ortsgruppe Stralsund dabei sein.

Im Namen aller wird sie unserer Alterspräsidentin zum 95.Geburtstag gratulieren.

Seit nunmehr 20 Jahren ist sie ein aktives Mitglied der BRH-Gemeinschaft. Die rüstige Rentnerin nimmt mit Interesse an unseren Veranstaltungen oder Fahrten teil und hat viel Freude an den gemeinsamen Erlebnissen. Sie ist auch eine Weltreisende, denn sie war auf allen Kontinenten und hat sich hier Landschaften und fremde Kulturen angeschaut und kann mit Begeisterung darüber erzählen.

Nach dem »Rezept« gefragt, wie man sich bis ins hohe Alter fit hält, lächelt sie und erklärt: »Ich lebe naturverbunden und gesund und trinke aus gegebener Veranlassung auch einmal ein Gläschen Sekt.« Auf Ihr Wohl, liebe Frau Hodorff, Glückwunsch und beste Gesundheit und noch viele freudebringende Erlebnisse, auch in unserem Seniorenverband.




von: i. A. des BRH K. Thoß
Alles "nett" im Chat?
23.03.2012

Kinder und Jugendliche wachsen heute mit neuen Medien auf. Handys, Netzwerke und Chats werden genutzt, um soziale Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Ein sicherer und kompetenter Umgang damit bleibt aber oft auf der Strecke. Der neue Parcours »Medien und Sucht« des Chamäleon e.V. Stralsund will helfen, das zu ändern. Schüler, Eltern und Lehrer der Regionalen Schule »Marie Curie« durften ihn als Erste testen. Die Schulsozialarbeiterin Frau Junghanns organisierte dieses Projekt, da sie schon seit Jahren eng mit dem Chamäleon e.V. zusammenarbeitet.

Zunächst machten sich die Lehrer mit den Stationen vertraut, bevor am Abend den Eltern das Projekt vorgestellt wurde. Am nächsten Tag durchliefen die Klassen 7a und 7b in jeweils circa zwei Stunden den Parcours.

Zu Beginn wurden Freiwillige ausgewählt, die an mehreren Computern im Hintergrund miteinander chatten sollten. Alle anderen verfolgten, wie schnell man dabei auf die Falschen her­einfallen kann. Dann wurden drei Gruppen eingeteilt. An den Stationen »Ich und ich«, »Talkshow« und »Step by step« sowie beim Abschlussquiz konnten für das Team Punkte gesammelt werden mit Wissen zu den Themen Internet, Gesetze oder Abkürzungen wie z.B. AGB. Es wurden Fragen diskutiert wie »Ist es wichtig für Dich, immer das neueste Handy zu besitzen?« oder »Kann man sich gegen Cybermobbing schützen?« Erstaunt waren die Teilnehmer, wie unsicher ein Chat-Profil sein kann. Ein guter Tipp lautete: »Gib nur so viele Informationen an, wie du auf einem Poster in der Öffentlichkeit mitteilen würdest.«

Auch Bewegung und Spaß durften nicht fehlen – eine Aufgabe bestand darin, sich als Gruppe aneinander gekettet auf A4-großen »Fußmatten« vorwärts zu bewegen. Die Zeit verging sehr schnell und alle waren erstaunt, wie sehr man im Internet reingelegt werden kann. Wir lernten aber auch, wie man sich vor solchen Fallen schützt. Zum Abschluss gab es für jedes Mitglied der Siegermannschaft einen kleinen Preis; gewonnen haben aber alle Teilnehmer – an Sicherheit und Erfahrung. Wir danken Susanne, Marco, Marko und Sebastian vom Chamäleon e.V. und wünschen ihnen viel Erfolg mit diesem und allen anderen Projekten! Zusammengestellt aus Schüler- und Lehrermeinungen vom Team des Curie-Kurier




von: H.W.