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Leserbriefe
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März 2012

Leserbriefe 46 bis 50 von insgesamt 87
Nochmals absolute Wahrheit
12.03.2012

Bin der Meinung das Experiment Sozialismus (Kommunismus) sollte man nicht nochmal versuchen, altbewährte SPD-Politik, bis einschließlich des Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt, gefällt mir am Besten, wenn dies durch echte Wahlstimmenmehrheit erreicht wird zur Regierungsbildung. Davon schwärmte ich bereits seit meinem 14. Lebensjahr (1939!), als die meisten Landsleute von der Wahnidee Hitlers verblendet waren! Darin war sich unsere Familie einig und wir hörten ständig »den Feindsender«, was lebensgefährlich war. Bin der Meinung, man soll den Nazis von damals nicht ständig indirekt »einen Persilschein ausstellen«, indem man deren Extremverbrechen konsequent verschweigt. Übrigens waren die Verbrechen in Kambodscha durch Pol Pot ähnlich verbrecherisch.




von: Erich Weber, Schwerin
Em funn’
12.03.2012

Vadder is arch

un Mudder liggt’t an.

»Dat nich uns Diern

as süss hier sien kann.

Tüffel ward’n kolt

von all dit Geluer.«

»Kiek eins«, seggt hei,

»wo’s ankümmt. So stur.

Ick glöw, sei harr

wat vör oewern Dag.«

»Wat’s woll so wiss

in Hänn’ hollen mag?«

Vadder vermaud:

» ‘ne Sneiglock. So schient’t.«

Mudder dorup:

»Dat Fröhjohr« un grient.




von: Dieter Niebuhr, Parchim
Höchstlohn statt Mindestlohn
12.03.2012

Leider verpufft die Forderung Mindestlohn, da wir inzwischen sinkende Lohnquoten (Anteil der Löhne am Sozialprodukt) verzeichnen. Ferner bringt ein Mindestlohn fast keine spürbare Veränderung auf dem Arbeitsmarkt, da der Zuwachs prekärer, atypischer Beschäftigungen inzwischen bei 40% aller Beschäftigten liegt. Minijob, Zeit- und Leiharbeit werden durch immer neuere Formen atypischer Beschäftigung erweitert: befristete Arbeit ohne erforderlichen Sachgrund und neuerdings Werkvertrag statt Honorartätigkeit bzw. Leiharbeit. Der Mindestlohn nach MV-Muster führt lediglich zu einem Anstieg der Niedriglöhner (unter 10 Euro spricht man vom Niedriglöhner) von schon 6,5 Millionen = 28% der Beschäftigten. Es sind die USA, die in der Vergangenheit durch das Instrument eines Höchstlohnes einen Mindestlohn überflüssig machten: dabei orientiert man sich an den Einkommen der oberen 50% und legt diese auf die unteren 50% um. Bereits 1880 forderte Adler einen Maximallohn, der sodann während des ersten Weltkriegs auf 100 Tausend Dollar (Zetsche, Daimler-Benz oder Ackermann, Deutsche Bank verdienen heute Millionen Euro) und 100%-ige Versteuerung festgelegt wurde. Noch radikaler und einfacher wäre die Festlegung einer Lohnquote nach dem Muster der Umlage der Sozialversicherung in der BRD; dieser Lohn für alle könnte einer Spekulation entzogen werden und zusätzlich zu enormen Einsparungen bei Verwaltungskosten führen. Die jetzige Zeit der Globalisierung braucht - wie die obigen Beispiele zeigen - kontroversen Denken; nur kontroverses Denken führt aus der Sackgasse der Monopolisierung und Globalisierung heraus. Anscheinend können wir alternative Modelle nur noch von der Piratenpartei erwarten; eine Linke, die nur noch gut versorgte Berufspolitiker hat, wird schließlich nicht den Ast absägen auf dem sie sitzt, da ihr ihre eigene, beamtenähnliche Versorgung wichtiger erscheint. Die Parteigrößen Holter, Bartsch und Ernst lassen die Prekären so gut versorgt im Regen stehen.




von: Herbert Häußer, Wessin Criviz
Zum Ja gezwungen?
12.03.2012

... ich bin Mitglied der Stadtvertretung in Hagenow.

In Ihrem Artikel schreiben Sie, dass »jede Menge Stadtvertreter nicht richtig lesen und daher auch nicht richtig begreifen können«. Hiermit möchte ich bestätigen, dass ich und auch meine politischen Kollegen, sowohl lesen als auch begreifen können. Bekanntlich gab es auf der letzten Hagenower Stadtvertretersitzung ein mehrheitliches Votum gegen den Antrag der Bürgermeisterin auf Hinausschieben des Ruhestandes bis zum Ende der Amtszeit. Auch wir, die Stadtvertreter, sind vom Bürger gewählt und vertreten verschiedene politische Lager mit den jeweiligen Interessen. Als Mitglied der CDU Fraktion sehe ich mich daher meinen Wählern verpflichtet und werde somit eine andere Partei mit meinem Abstimmungsverhalten, nicht für solch ein wichtiges Amt, unterstützen. Vielmehr ist es so, dass wir als Stadtvertreter, durch den Gesetzgeber gezwungen werden sollen, mit »Ja« zu stimmen. Wir leben jedoch in einer Demokratie, welche auch immer die Möglichkeit vorsieht, mit »Nein« oder »Enthaltung« zu stimmen.




von: Maik Baalhorn, Hagenow
Boden
12.03.2012

Die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen sind bisher revolutionär. Als Deutscher Michel bleiben mir noch Fragen.

Hatten unsere Geheimdienste seit 20 Jahren keine Befehle? Wurden diese Befehle jemals von Fachleuten abgerechnet? Haben die V-Leute im Auftrag der NPD spioniert? Gründete die Spionage des Verfassungsschutzes auf Glauben oder Wissen? Die Millionen schweren Programme seit 2003 gegen Die, waren die nicht für Die? Z. B. die teuren »Storch Heinar«-Plakate und Veranstaltungen, waren doch sicher Streiche der rechten V-Leute!?

Nach TV-Berichten bleibt es bei der 16 Kleinkleinstaatlichkeit der Dienste. Das finde ich als Gefreiter die strategisch bewährte, beste Variante, oder? (Ich wer mir doch nich mit Die anlegen.)

Die Entschuldigung unserer Kanzlerin vor den Hinterbliebenen der Todesopfer hat Herr Ahrend nicht erwähnt (andere Partei?).

Und die Behörde, die den Boden hier für Die frei (geschossen) hat? Auf jeden Fall wuchsen die Rechten hier sogar im Winter.

»Nicht die Frucht! Der Boden, ist die Frucht.«

»Wenn die Pferde von hinten aufgezäumt werden, war es keiner von der Partei!«, sagte mein Opa. »Und wenn es keiner merkt?«, hab ich gesagt, mit der Schultüte unterm Arm.




Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Die NPD gehört verboten!" im Schweriner Blitz vom 26. Februar 2012

von: Siegfried Frenz, Schwerin