Schwule und Lesben des Ostseebades Binz dürfen am Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai keinen Infostand auf dem Seebrückenvorplatz aufbauen.
Die Gemeinde Binz hatte ein diesbezügliches Ersuchen abgelehnt. Darüber hinaus hatte Bürgermeister Schneider auf einen Beschluss hingewiesen, der auf diesem Platz „politische Veranstaltungen jeglicher Art“ verbietet.
Bürgermeister Schneider dürfte wohl bisher entgangen sein, dass der „Regenbogenverein“ keine politische Institution ist. Kommunalpolitischer Nachhilfeunterricht durch den Landrat wäre hier wohl zwingend von Nöten.
Das Aufstellen des Infostandes verhinderte letztendlich der Vorsitzende des Betriebsausschusses der Kurverwaltung. Herr Schewe glaubt, dass es am „Vatertag“ Ärger gäbe, wenn Betrunkene auf Homosexuelle treffen würden. „Herr Schewe, geht`s noch???“
Wenn sich Betrunkene nicht benehmen und grundgesetzlich geschützte Rechte in ihrem Suff nicht akzeptieren können, muss gegen diese vorgegangen werden und nicht gegen Personen, die für Akzeptanz und Verständnis werben.
Binz als Ostseebad vergibt hier eine große Chance als weltoffen zu gelten und schadet damit auch der angrenzenden Küstenregion.
Bisher haben sich nur die Jungen Liberalen klar und deutlich zu der Entscheidung des Betriebsausschusses geäußert und die Gemeinde Binz aufgefordert, ihre Entscheidung zurückzunehmen und dem „Regenbogenverein“, Stralsund umgehend eine Möglichkeit einzuräumen, den geplanten Informationsstand aufstellen zu können.
Und sonst? Schweigen im Walde! Während ansonsten die Vertreter der etablierten Parteien zu Demonstrationen und Kundgebungen aufrufen, wenn es gilt, vielfarbige Kröten, bunte Insekten und seltene Vögel zu schützen sowie das Existenzrecht von Geknechteten, Minderheiten, Verlierern und Missverstandenen zu verteidigen und darüber hinaus den Untergang der Kultur und des Tourismus fallweise heraufzubeschwören, herrscht seit Tagen beredtes Schweigen.
Wann werden Frau Kassner und Herr Drescher hier ein „Machtwort“ sprechen? Wann wird sich endlich Herr Barsewitz äußern, dem ansonsten das Wohl und Wehe der Gastronomie am Herzen liegt? Wann werden wir etwas von der „Berufsentrüsterin der Grünen“ sowie vom Fraktionsvorsitzenden im Landtag hören, denen die Rechte von Minderheiten stets ein besonderes Anliegen sind?