ich kann mich um Ihre Kandidatur nicht freuen.
Sie haben sich laut Ihrer Möglichkeiten für Menschenrechte in der DDR
stark gemacht, unter dem Schutz der Kirche, das haben aber andere unter
schlechteren Vorgaben auch getan. Dadurch hatten Sie eine „lautere“
Stimme und damit auch das Recht bekommen Ihre Meinung öffentlich zu
äußern und nach der Wende einen Posten zu ergattern. Das Sie von Frau
Merkel nicht unterstützt wurden liegt daran, Sie wissen mehr um die
Zusammenarbeit der Frau Merkel mit dem Unrechtsregime der DDR. Das Sie
zulassen, dass Frau Merkel sich auf der Pressekonferenz mit Ihnen und
den anderen Freiheitskämpfern auf eine Stufe stellt, wo Frau Merkel bis
zum Schluss zugeschaut hat, wie die Menschen in der DDR erschossen und
eingesperrt wurden, lässt die Vermutung zu, Sie vertreten nicht das
Volk, Sie sind dem Betrug erlegen.
Ich habe meine Kandidatur rechtzeitig eingereicht und werde beschnitten,
weil man keinen aus dem Volk will, um sich nicht in die Karten schauen
zu lassen.
Sie sind zwar in keiner Partei, Sie gehören aber einer
Glaubensgemeinschaft an, die aus Ihrer Geschichte und Ideologie sich
nicht für Demokratie stark macht.
Die Kirche darf in unserem Staat kein Sprachrohr bekommen, wir müssen
freigeistig argumentieren und erziehen.
Stellen Sie sich der Wahl und mogeln Sie sich nicht durch Ihren
Bekanntheitsgrad in ein Amt, was für Sie einträglich ist, aber für das
Volk nie von Nutzen sein kann.
Herr Heinemann war noch Bürger-Präsident, Sie werden Präsident Gnaden
einer politischen Gruppierung, die sich zur Aufgabe gestellt haben,
unsere Lebensgemeinschaft des Wachstums wegen zu zerstören.


